Mike Nicol: Die Mafia und die Seeohren

25. Juli 2016, 13:35
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Der Autor entwickelt seine rasanten Storys vor dem komplizierten politischen Hintergrund Südafrikas

Mike Nicols Krimis aus Südafrika ist nichts für schwache Nerven. Bewaffnete Auseinandersetzungen – gut und schön, aber was Nicol sich diesmal ausgedacht hat, ist von besonderer Bösartigkeit. In Kapstadt herrscht zwischen Kriminellen eine Art Waffenstillstand. Der gebrochen wird und eine Vendetta auslöst.

Chinesische Geschäftsleute reisen an, zwei Personenschützerinnen übernehmen den Job, die Gäste zu begleiten. Die bewundern höflich die Sehenswürdigkeiten und verhandeln heimlich mit dem Fischereiministerium. Es geht um den Handel mit Seeohren, Meeresschnecken, die in Asien Höchstpreise erzielen. Dumm nur, dass sie durch illegalen Fang gefährdet sind und daher schwarz gefischt werden. Das örtliche Verbrechersyndikat, das bis dahin das Schneckengeschäft geführt hat, wird nervös und schmiedet Pläne.

Nicol entwickelt seine rasanten Storys vor dem komplizierten politischen Hintergrund Südafrikas. Der Blick hinter die schönen Kulissen von Tafelberg und Waterfront ist düster. Gusto auf Seeohren? Nein, danke. (Ingeborg Sperl, Album, 25.7.2016)

  • Mike Nicol, "Power Play". Deutsch: Mechthild Barth, € 10,30 / 401 S., btb, München 2016
    cover: btb

    Mike Nicol, "Power Play". Deutsch: Mechthild Barth, € 10,30 / 401 S., btb, München 2016

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