Chinatown: Bewohner machen mit Fotos Jagd auf AirBnb-Vermieter

25. Juli 2016, 13:12
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Plakate mit Gesichtern von Airbnb-Gastgebern aufgetaucht, diese sollen "leistbares Wohnen für ärmere Schichten" verhindern

Gegen die Wohnungsvermittlungsplattform AirBnb gab es weltweit Proteste: Anwohner fürchten, dass die Vermietung von Wohnungen an Touristen die Mietpreise in die Höhe treiben lässt, weil leere Immobilien nicht mehr auf den Markt gelangen. Mittlerweile erreicht die Plattform auch eingeschweißte Communities wie Chinatown in San Francisco. Dort finden leere Wohnungen meist durch Mundpropaganda neue Mieter, die Gemeinde ist stolz, Wohnungen auch für ärmere Bevölkerungsschichten bereitzustellen.

Heftige Proteste

Die "Invasion" von AirBnb sorgt nun für heftige Proteste. Unbekannte haben eine Kampagne gestartet, mit der sie Vermieter von Ferienwohnungen öffentlich outen wollen. Auf Plakaten wurden Gesichter der Nutzer publiziert, die Poster wurden laut Guardian in ganz Chinatown aufgehängt. Der Mietpreis soll von 2013 bis 2015 drastisch gestiegen sein, von 610 Dollar auf 970 Dollar. Damit ist Chinatown zwar um einiges günstiger als der Rest San Franciscos, allerdings brauchte die ärmere Bevölkerung des Viertels auch günstigeren Wohnraum.

Gründe

AirBnb-Vermieter verteidigten sich gegenüber dem Guardian. Ein Nutzer, der auf dem Plakat abgebildet ist, meinte, seine Wohnungen nur zu vermieten, wenn er selbst beruflich verreisen müsse. Ein anderer begründete seine Präferenz für Touristen mit dem strengen Mietrecht, das Vermieter "einenge". Das Unternehmen selbst hat sich noch nicht geäußert. In Wien unterliegt das Vermieten von Airbnb-Wohnungen strengen Voraussetzungen. So muss etwa der Wohnungsinhaber, nicht nur der Mieter, zustimmen; außerdem muss eine Gewerbeberechtigung vorliegen, wenn das Apartment langfristig vermietet wird. (red, 25.7.2016)

  • Chinatown wehrt sich gegen die "Airbnb"-isierung
    foto: ap/risberg

    Chinatown wehrt sich gegen die "Airbnb"-isierung

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