Streit mit Großkunden: Kärntner Anlagenbauer Kresta insolvent

25. Juli 2016, 11:10
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Die Passiva betragen rund 100 Millionen Euro, 237 Mitarbeiter sind betroffen

Wien – Die Kärntner Kresta Anlagenbau GmbH Nfg & Co KG mit Sitz in St. Andrä im Lavanttal ist insolvent. Das Unternehmen hat laut Creditreform am Landesgericht Klagenfurt den Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung gestellt. Das Unternehmen soll fortgeführt werden.

Betroffen sind 661 Gläubiger und 237 Arbeitnehmer. Die Passiva betragen rund 100 Millionen Euro. Löhne und Gehälter für Juni und Juli wurden nicht mehr ausgezahlt.

Die Aktiva betragen laut dem Insolvenzantrag 77 Millionen Euro. Dabei handelt es sich um Buchwerte, wie vom KSV 1870 betont wird. Die mit etwas mehr als 100 Millionen Euro bezifferten Passiva sind laut dem Unternehmen für den Fall gerechnet, dass das Unternehmen weitergeführt werden kann.

Rechtsstreit mit Großkunden

Sollte die Firma liquidiert werden, wird mit Passiva in der Höhe von rund 137 Millionen Euro gerechnet. In diesem Fall, so heißt es in dem Insolvenzantrag, lägen die Aktiva bei lediglich 15 Millionen Euro. Zum Insolvenzverwalter wurde die Insolvenzverwaltungsges.m.b.H. mit Sitz in Klagenfurt bestellt, die bereits die AvW-Pleite abgewickelt hat.

Kresta wurde 1986 gegründet. Die Insolvenzursachen liegen in Abrechnungsproblemen bei Großprojekten. Laut Aussendung des Unternehmens ist der Hauptgrund ein Rechtsstreit mit einem Großkunden. Die derzeit aus diesen beiden Projekten aushaftenden Forderungen belaufen sich demnach auf rund 38 Millionen Euro.

Schiedsgerichtverfahren als letzte Möglichkeit

"Nachdem wir uns in den letzten Monaten nicht einigen konnten, bleibt uns in dieser Angelegenheit nur die Möglichkeit eines internationalen Schiedsgerichtsverfahrens", so Kresta-Geschäftsführer Franz Kreuzer in der Mitteilung. "Aktuell hinzu kam ein Liquiditätsengpass bei einem konzernverbundenen Unternehmen, wodurch eine Konzernhaftung der Antragstellerin schlagend geworden ist."

Kreuzer weiter: "Leider sind wir nicht dazu in der Lage, den gesamten Liquiditätsbedarf der kommenden Monate aus eigener Kraft zu erfüllen, da die rechtliche Auseinandersetzung mehrere Monate in Anspruch nehmen wird. Deshalb sind wir gezwungen, ein Sanierungsverfahren in die Wege zu leiten." (red, 25.7.2016)

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