Austria gewinnt nach Tormannpatzer in letzter Minute bei St. Pölten

24. Juli 2016, 19:13
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Aufsteiger hielt die Partie bis zum Ende offen. Kayode und Tajouri trafen für Violett in beiden Nachspielzeiten – Hartl erzielte ersten SKN-Treffer im Oberhaus

St. Pölten – Der SKN St. Pölten hat sein Bundesliga-Debüt in letzter Minute verloren. Die Niederösterreicher mussten sich der Wiener Austria am Sonntag mit 1:2 (0:1) geschlagen geben. Ismael Tajouri erzielte in der sechsten Minute der Nachspielzeit nach einem völlig missglückten Ausflug von Goalie Christoph Riegler den Siegestreffer.

Zuvor war Olarenwaju Kayode in der NV-Arena vor 7.400 Zuschauern die Führung für die Austria gelungen. Auch er traf in der Nachspielzeit – allerdings in der ersten Hälfte (45.+2). Manuel Hartl erzielte zehn Minuten vor dem Ende den ersten SKN-Treffer im Oberhaus.

So gut wie keine Rotation

St.-Pölten-Trainer Karl Daxbacher vertraute gegen seinen "Herzensklub" zu Beginn weitgehend der Mannschaft, die vergangene Saison den Aufstieg geschafft hatte. Mit dem Niederländer Kai Heerings in der Innenverteidigung stand nur ein Neuzugang in der Startformation. Auch Austria-Trainer Thorsten Fink änderte seine Startelf gegenüber dem 4:1-Auswärtssieg gegen Kukesi in der Europa-League-Qualifikation nur an einer Position, David De Paula verteidigte für den angeschlagenen Jens Stryger Larsen auf der rechten Abwehrseite.

Über weite Strecken gefällig, aber bis zur Schlussviertelstunde ungefährlich zeigte sich St. Pölten. Die Austria bestimmte die Partie und versprühte meistens auch mehr Gefahr: Kayode klopfte nach einer viertelstündigen Abtastphase erstmals an (16.), wenig später traf Raphael Holzhauser aus 25 Metern die Latte (17.).

Sommerkick

Danach tat sich bei sommerlichen Temperaturen lange Zeit nichts, größter Aufreger war eine vermeintliche Schwalbe von Lucas Venuto, die Schiedsrichter Manuel Schüttengruber mit Gelb ahndete. Als alles bereits mit einem 0:0 zur Pause rechnete, jubelte die Austria doch noch: Petar Filipovic verlängerte einen Holzhauser-Eckball mit dem Kopf, Kayode köpfelte aus kurzer Distanz ein. Schiedsrichter Schüttengruber hatte nach Ablauf der angezeigten einminütigen Nachspielzeit den Eckball noch ausführen lassen.

Nach dem Seitenwechsel sorgten die Austria-Fans mit violettem Rauch für eine zweiminütige Unterbrechung. Die Austria-Elf ließ sich davon jedoch nicht beirren, Serbest zog gefährlich aus 20 Metern ab (51.). Wieder flaute die Partie ab, wieder entschied Schüttengruber in einer brenzligen Strafraumszene gegen einen Austria-Stürmer: Kayode sah wegen einer Schwalbe Gelb.

Paukenschlag

Dann ballte plötzlich Daxbacher an der Seitenlinie die Faust: Hartl köpfelte eine Kopfballvorlage des eingewechselten Kevin Luckassen zehn Minuten vor dem Ende zum 1:1 ein. Es kam Spannung in eine lange Zeit dahin plätschernde Partie. Sekunden nach dem Wiederanstoß zog der bullige Niederländer Lukassen ab – sein Kracher markierte jedoch nur den Ausgleich in der Stangentefferstatistik. Die Niederösterreicher zeigten sich vom Ausgleich beflügelt. Lukas Thürauer tauchte nach schönem Haken allein vor Austria-Goalie Robert Almer auf, schoss jedoch sehr schlecht und weit über das Ziel (83.).

In der letzten Spielminute sprintete SKN-Schlussmann Riegler bei einem steilen Zuspiel auf Kayode aus seinem Kasten. Er konnte jedoch nicht klären – Tajouri schoss zum dennoch nicht unverdienten Austria-Sieg ein, wobei der Ball sogar noch ein Bein des Keepers streifte. "In dieser Aktion passte leider gar nichts zusammen. Er läuft da ohne Chance auf den Ball heraus und schießt ihn sich dann noch selbst ins Tor", sagte Daxbacher. "Auf diesem Niveau wird eben jeder Fehler bestraft. Es ist extrem bitter", meinte Ex-Austrianer Florian Mader. (APA, 24.7.2016)

Bundesliga, 1. Runde, Sonntag

SKN St. Pölten – FK Austria Wien 1:2 (0:1)
NV-Arena, 7.400 Zuschauer, SR Schüttengruber

Torfolge:
0:1 (45.+2) Kayode
1:1 (80.) Hartl
1:2 (96.) Tajouri

St. Pölten: Riegler – Dober, Huber, Heerings, Grasegger – Stec (63. Schütz), Brandl (77. Ambichl), Mader, M. Hartl – Thürauer – Segovia (57. Luckassen)

Austria: Almer – De Paula, Rotpuller, Filipovic, Martschinko – Serbest, Holzhauser (87. Friesenbichler) – Venuto, Kehat (64. Grünwald), Pires (84. Tajouri) – Kayode

Gelbe Karten: Stec, Heerings, Dober, Luckassen, Schütz bzw. Venuto, Grünwald, Filipovic, Kayode

  • Die Austria bejubelt einen ziemlich glücklichen Treffer, der das Spiel zu ihren Gunsten entschieden hat.
    foto: apa/hans punz

    Die Austria bejubelt einen ziemlich glücklichen Treffer, der das Spiel zu ihren Gunsten entschieden hat.

  • Fassungslosigkeit bei St.-Pölten-Trainer Karl Daxbacher.
    foto: apa/hans punz

    Fassungslosigkeit bei St.-Pölten-Trainer Karl Daxbacher.

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