Huawei, Xiaomi, OnePlus: Die China-Connection im Smartphone-Regal

28. August 2016, 18:41
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Käufer haben so viel Auswahl wie nie zuvor – etablierte Hersteller sehen sich zunehmend chinesischer Konkurrenz entgegen

Es gilt als unzweifelhaft, dass der globale Smartphonemarkt von Apple und Samsung dominiert wird. In der Tat sind die beiden Unternehmen auch hierzulande die Branchenführer. Doch der Wettbewerb ist härter geworden. In den vergangenen Jahren haben vor allem chinesische Hersteller damit begonnen, ihre Handys zu echten Konkurrenten für ihre westlichen Rivalen zu entwickeln.

Und nun drängen sie, oft mit Kampfpreisen, zunehmend ins Rampenlicht. Als Alternative zu iPhone und Co trumpfen etwa folgende drei Geräte auf:

foto: derstandard.at/pichler

OnePlus 3

Vor kurzem an den Start gegangen ist das OnePlus 3 vom Start-up OnePlus. Der Hersteller sorgte vor zwei Jahren mit seinem Erstling für Furore, der topaktuelle Ausstattung lieferte und dabei aber viel weniger kostete als die Spitzengeräte der etablierten Hersteller. Mit seinem neuesten Android-Smartphone wiederholt man dieses Kunststück. Verpackt in ein gut verarbeitetes Aluminiumgehäuse und ausgestattet mit einem schönen, hellen Bildschirm und flottem Prozessor, steht das Gerät anderen Spitzenreitern kaum in etwas nach.

Die integrierte Kamera arbeitet schnell und liefert Bilder mit realistischer, kräftiger Farbwiedergabe. 64 GB Speicher sollten außerdem ausreichend Platz für viele Apps und andere Inhalte liefern. Dazu verfügt das Telefon über einen Akku, der binnen 30 Minuten von null auf 60 Prozent aufgeladen werden kann, was knapp für einen Tag Verwendung reicht. Einzig bei der Sprachqualität lassen sich bei dem Gerät leichte Defizite verorten.

Die einzige Kategorie, bei der das OnePlus 3 die Konkurrenz klar unterbietet, ist der Preis. Wo Markenhersteller 600 Euro oder mehr verlangen, wechselt dieses Handy für 399 Euro den Besitzer. Erworben werden kann es jedoch nur online, was dem Hersteller Kosten spart. Dazu verzichtet man bei OnePlus auf konventionelle Werbemaßnahmen und setzt lieber auf virales Marketing in sozialen Netzwerken. Eine weitere Einnahmequelle stellen Accessoires dar, die man für das eigene Smartphone verkauft.

foto: derstandard.at/pichler

Huawei P9

Etwas anders probiert es Huawei. Das lange im Westen hauptsächlich als Netzwerkausstatter aktive Unternehmen mischt seit einigen Jahren immer stärker im Handygeschäft mit. Das aktuelle Spitzenmodell ist das P9. Das verzichtet zwar auf die allerflotteste Hardware, soll dafür aber mit edlem Design und einer gemeinsam mit Leica umgesetzten Doppelkamera locken. Deren Resultate können sich in der Tat sehen lassen, auch wenn man nicht ganz an die Qualität herankommt, die etwa Samsung mit dem Galaxy S7 erzielt. Darüber hinaus liefert das Gerät eine solide Performance, die für alle alltäglichen Einsatzzwecke mehr als ausreicht.

Mit einem Preis von rund 450 Euro ist das P9 ebenfalls deutlich günstiger als andere Flaggschiffe. Am Marketingbudget hat Huawei allerdings nicht gespart. Jedoch wird ein guter Teil der Elektronik des Gerätes unter eigenem Dach entwickelt und hergestellt, was ebenfalls die Kosten drückt.

foto: derstandard.at/pichler

Xiaomi Mi-5

Kaum ein Smartphone-Hersteller hat in den vergangenen Jahren einen so steilen Aufstieg erlebt, wie Xiaomi. Obwohl man offiziell fast ausschließlich in Asien tätig ist – mit Ausnahme von Russland und der Türkei -, zählt man zu den größten Produzenten der Welt. Am Heimatmarkt China erfreut sich die "Mi"-Reihe großer Nachfrage, was ob ihrer Qualitäten nicht verwundert.

Tophardware, makellose Verarbeitung und technologische Vorlagen wie ein vierachsiges, optisches Bildstabilisierungssystem für bessere Fotos zeugen beim aktuellen Modell, Mi-5, von den hohen Ambitionen. Das Android-Phone muss sich hinter Samsung und Konsorten nicht verstecken. Einzig an der Verfügbarkeit hapert es im Westen noch, was sich aber in den kommenden Jahren ändern wird. Derweil kann das Handy über Importhändler ab einem Preis von rund 300 Euro bezogen werden, eine Summe, die man durch Querfinanzierung über Accessoires und Online-Dienstleistungen erreicht.

Huawei, OnePlus und Xiaomi sind nicht die einzigen chinesischen Firmen, die etablierten Marken zunehmend gefährlich werden. Auch weniger bekannte Namen wie Coolpad und kleinere Hersteller wie Meizu wittern mittlerweile ihre Chance. (gpi, 28.08.2016)

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