Bankomatgebühren: Illusion vom Gratisgeld

Kommentar24. Juli 2016, 18:39
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Die Bereitstellung von Geld kostet etwas, nur erfahren die Konsumenten nichts von diesen Kosten

Fragt man kleine Kinder, wo denn das Geld herkäme, so können sie treffsicher auf diese Automaten verweisen, die nach dem Einschieben einer Karte die Scheine nur so ausspucken. Einmal abgesehen davon, dass dieses Geld erst einmal verdient sein will – auch seine Bereitstellung kostet etwas.

Nur erfahren wir als Konsumenten von diesen Kosten nichts. Die Banken – die die meisten der Bankomaten betreiben – verrechnen sich die Kosten gegenseitig. Und den Kunden verrechnen sie die Kosten im Rahmen der Kontogebühren weiter. Beeinflussen kann man da nicht viel – allenfalls kann man die Bank wechseln, wenn man den Eindruck hat, dass die Leistungen des eigenen Instituts hinter den Gebühren zurückbleiben, die man nolens volens zu berappen hat. Tut aber kaum jemand.

Also lässt man die Gebühren abbuchen – und hofft, dass nicht neue dazukommen, wie eben jene, die neuerdings an manchen Bankomaten für das Abheben vom Konto berechnet werden. Diese Gebühren erscheinen vor allem deshalb ungerecht, weil die Banken ohnehin schon so viel an früher selbstverständlichem Service an die Kunden ausgelagert haben, die nun im Onlinebanking die Tätigkeit des Schalterpersonals übernommen haben. Aber das Geld und seine Verwaltung kosten eben. Kinder verstehen das noch nicht. Erwachsene sollten es verstehen können – da wäre man schon über Transparenz bei den Gebühren froh. (Conrad Seidl, 24.7.2016)

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