Rapid übt sich nach 5:0-Feuerwerk in Demut

24. Juli 2016, 14:24
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Trainer Büskens staubtrocken: "War nur ein Spiel von 36". Kapitän Schwab hofft "über längere Distanz auf konstante Leistungen". Fokus nun auf Torpedo Schodsina

Wien – Rapid hat am Samstag mit dem 5:0 (3:0) über Ried vor 23.600 Fans im neuen Stadion einen Traumstart in die Bundesliga erwischt. Trainer Mike Büskens durfte sich damit gleich bei seinem Liga-Heimdebüt über den höchsten Auftaktsieg und den höchsten Meisterschaftserfolg seit dem 20. November 2010 (5:0 gegen den LASK) freuen.

Büskens blieb trotzdem auf dem Boden. "Das war ein gutes Ergebnis für die Rapid-Familie, aber es war nur ein Spiel von 36. Das sind die Fakten, und das ist bei Ried nicht anders", meinte der Deutsche staubtrocken. "Am Montag interessiert es keinen mehr. Wir sind froh, dass wir 5:0 gewonnen haben, haben aber auch genügend Demut, dass wir jetzt nicht schweben. Jetzt gilt es, sich ordentlich auf das Spiel in Weißrussland vorzubereiten."

Grün-weiße Machtdemo

Die Spione von Torpedo Schodsina sahen vor dem Europa-League-Hinspiel der dritten Qualifikationsrunde am Donnerstagabend (19 Uhr) in Weißrussland eine Machtdemonstration Rapids: 80 Prozent Ballbesitz, 92 Prozent Passquote und 25 Torschüsse standen am Ende zu Buche.

"Nach so einem Spiel kann man stolz auf die Mannschaft sein, alle haben super gespielt. Wir haben die Fans von Beginn weg abgeholt und haben das Spiel ab der ersten Minute unter Kontrolle gehabt", analysierte Stefan Schwab, der Steffen Hofmann wegen dessen Verletzung als Kapitän vertritt. "Genauso haben wir es uns spielerisch vorgestellt. Vom Ergebnis her ist es sehr hoch, aber verdient."

Schritt eins zu Mission 33

Schwab war auch von der Stimmung im neuen Stadion angetan. "Wir haben jetzt einen Hexenkessel hier." Auch für Schwab war das 5:0 nur eine erfreuliche Momentaufnahme, Ziel ist immerhin der 33. Meistertitel. "Wir müssen über eine längere Distanz konstante Leistungen bringen und so wie heute aus unseren Chancen Tore machen."

Bereits in der 13. Minute durften die Fans das 1:0 bejubeln, nachdem Neuzugang Christoph Schößwendter eine Freistoßflanke von Ex-Rieder Thomas Murg per Kopf verwertet hatte. "Es war überwältigend, ich habe mich irrsinnig gefreut", sagte der erste Pflichtspiel-Torschütze in der neuen Rapid-Arena.

Standards als "Türöffner"

Dass die Führung aus einem Standard kam, war kein Zufall. "Wir wissen, dass das eine Waffe ist", sagte Schößwendter. "Auf Standards haben wir definitiv das Hauptaugenmerk gelegt", meinte Büskens mit Verweis auf die Analyse der vergangenen Saison, in der die Effizienz das größte Problem war. Büskens: "Ein Standard kann bei einem kompakten Gegner der Türöffner sein."

Vielleicht auch am Donnerstag gegen den weißrussischen Cupsieger, den Büskens in den Spielen gegen Debrecen beobachten ließ. "Wir werden uns ab sofort sehr, sehr detailliert mit diesem Gegner auseinandersetzen", bemerkte Büskens und verwies auf den 2:1-Auswärtssieg von Schodsina im Hinspiel in Ungarn (Gesamtscore: 3:1), in dem Debrecen bereits in der zweiten Minute in Führung gegangen war. "Da haben sie nach dem frühen Gegentor Moral gezeigt. Ihr Sieg und Aufstieg ist also mehr als verdient."

Rieder kein Partyschreck

Während Rapid gedanklich bereits beim Donnerstag-Match war, leckte der Gegner noch seine Wunden. "Fünf darf man nicht kriegen, egal ob mit elf oder zehn Mann. Es hätten locker sieben oder acht werden können. Wir waren nicht der Partyschreck, sondern das Gastgeschenk", ärgerte sich Rieds neuer Trainer Christian Benbennek. Er sah ein "nicht bundesligataugliches" Spiel seiner jungen, neu formierten Mannschaft.

"Wichtig ist, dass wir jetzt unser Heimspiel am Samstag gewinnen, dann können wir dieses Spiel abhaken", meinte Benbennek. Als er diesen Satz sprach, führte der nächste Gegner Sturm Graz zu Hause gegen Red Bull Salzburg bereits. Am Ende durften die Steirer einen 3:1-Erfolg bejubeln und kommen nun mit viel Selbstvertrauen nach Ried. (APA, red, 24.7.2016)

  • Ried machte am Samstag unliebsame Bekanntschaft mit Rapids "grüner Hölle".
    foto: apa/herbert neubauer

    Ried machte am Samstag unliebsame Bekanntschaft mit Rapids "grüner Hölle".

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