Melzer scheitert nach zwölf abgewehrten Matchbällen

22. Juli 2016, 15:02
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6:7,6:7 im Halbfinale gegen Italiener Lorenzi – Georgier Basilaschwili erstmals in einem Endspiel

Kitzbühel – Gerald Melzer ist am Freitagabend im Halbfinale des mit 520.070 Euro dotierten Generali Open in Kitzbühel ausgeschieden. Der 26-jährige Niederösterreicher musste sich dem als Nummer vier gesetzten Italiener Paolo Lorenzi nach insgesamt 2:52 Stunden mit 6:7(4),6:7(13) geschlagen geben. Damit ist der letzte Österreicher im Einzel ausgeschieden. Melzer wehrte zwölf Matchbälle ab, verpasste aber schließlich doch den ersten Finaleinzug seiner Karriere.

Lorenzi trifft im Endspiel am Samstag auf Nikolos Basilaschwili. Der Weltranglisten-123. ließ dem als Nummer sechs gesetzten Serben Dusan Lajovic beim 6:3,6:1 in 64 Minuten keine Chance. Der 24-jährige Basilaschwili ist damit der erste Georgier, der es ins Endspiel eines ATP-Turniers geschafft hat. "Es ist etwas Spezielles, ich bin sehr stolz", meinte Basilaschwili. "Ich freue mich sehr, wie ich heute gespielt habe."

"Tut immens weh"

Melzer muss dagegen weiter auf sein erstes Endspiel warten. "Ich bin am Boden zerstört. Es tut immens weh, die Partie nicht gewonnen zu haben – vielleicht sogar in zwei Sätzen", sagte er. Melzer vergab schon im ersten Satz vier Chancen zur 1:0-Satzführung.

Er lag im erneut beinahe ausverkauften Stadion nach einem Break zum 4:2 schon 5:2 voran und führte dann bei 5:3 schon 40:0. Der 26-jährige Niederösterreicher ließ aber nicht nur diese drei Satzbälle aus, sondern nach dem Ausgleich Lorenzis zum 5:5 bei 6:5 einen weiteren bei Aufschlag des Italieners. Der Weltranglisten-48. rettete sich ins Tiebreak und nützte gleich seinen ersten Satzball zum 7:4.

Dramatisches Finale

Satz zwei ging ohne Break ins neuerliche Tiebreak, das dann an Dramatik kaum zu überbieten war. Melzer wehrte nicht weniger als acht Matchbälle ab und fand bei 8:7 seinen ersten Satzball vor – und einen weiteren bei 10:9. Am Ende hatte aber der 34-jährige Italiener das bessere Ende für sich.

"Kämpferisch kann ich mir wenig vorwerfen, es wollte einfach nicht sein. Ich kann ihm nur größten Respekt zollen, ich habe es einfach nicht geschafft, die Bälle totzukriegen", so Melzer. Er wisse, wo er ansetzen müsse, nämlich beim Übergang zum Netz. "Da kann mir zum Glück mein Bruder sehr gut helfen. Vielleicht brauche ich auch noch einen härteren Gewinnschlag."

Melzer verlässt Kitzbühel als künftiger Top-100-Spieler. Er wird sich vom 107. Platz in etwa um 20 Ränge verbessern. Neben den 90 ATP-Punkten hat er auch 23.525 Euro Preisgeld (brutto) verdient.

Thiem/Novak im Doppel-Endspiel

Im Doppel-Bewerb haben Dominic Thiem und Dennis Novak das Endspiel erreicht. Das junge ÖTV-Duo rang die als Nummer 3 gesetzten Jonathan Erlich/Santiago Gonzalez (ISR/MEX) mit 1:6,7:6(3),10:5 nieder.

Im Finale (Samstag, 11.00 Uhr) treffen die beiden 22-jährigen Niederösterreicher auf die topgesetzten Niederländer Wesley Koolhof/Matwe Middelkoop. Die Favoriten hatten zuvor den Vorarlberger Philipp Oswald und den US-Amerikaner James Cerretani mit 6:3,6:7(6),10:3 ausgeschaltet. (APA, red 22.7.2016)

  • Doch kein erstes ATP-Finale für Gerald Melzer.
    foto: apa/gindl

    Doch kein erstes ATP-Finale für Gerald Melzer.

  • Nikolos Basilaschwili schreibt in Kitzbühel Geschichte.
    foto: apa/barbara gindl

    Nikolos Basilaschwili schreibt in Kitzbühel Geschichte.

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