BMW M2: Schnelles Blau als Modefarbe

24. Juli 2016, 14:00
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Kompakt, schnell, blau: Der BMW M2 schmeichelt nicht nur unserem Alter, unserer Statur und unserem Gemüt, er bringt uns auch schneller nach C

Wien/Bogenfeld – Ulli war begeistert. Nein, nicht nur begeistert: aus dem Häuschen. Dabei hatte sie vorher ernsthaft gemotzt. Schon wieder so ein Krawall-Stoppel, wer will und soll denn mit so etwas fahren und überhaupt: Wie ist das jetzt mit dem Erwachsenwerden, wär's nicht langsam an der Zeit?

Dabei hat so ein Auto, wir reden hier vom BMW M2 Coupé, überhaupt nichts mit dem Erwachsenwerden zu tun, im Gegenteil, so ein Auto darf man nicht dem jugendlichen Übermut überlassen, da braucht es Ernst und sittliche Reife, sonst kann das auch ganz schlimm ausgehen.

foto: stockinger

Was hingegen stimmen mag: Man wird schlagartig ein wenig jünger, wenn man im M2 Platz nimmt, irgendwie wird man auch schlanker und geschmeidiger, dynamischer sowieso. Man gleicht sich dem Auto an, und blau ist sowieso eine Modefarbe dieses Sommers, die uns schmeichelt.

Diese Attribute ergriffen automatisch auch von Ulli Besitz, wobei sie natürlich nichts davon nötig hätte. Jetzt also: aus dem Häuschen. "Ganz meine Kragenweite", jubilierte sie nach wenigen Metern. Der M2 sitzt wie angegossen, unglaublich kompakt, wendig und schnell, sitzt satt auf der Straße, bleibt dabei immer leichtfüßig, mit einem Hang zur Zügellosigkeit, wie wir halt sind.

Und ja, man möchte mit dem Hintern mitlenken, man spürt die Straße, nicht unangenehm, sondern sehr direkt und vertraut. "Und wie man mit dem überholen kann", freut sich Ulli. Kein Wunder: Vorn knotzt als guter Freund ein Reihensechszylinder mit mehr als ausreichenden 370 PS und einem Doppelturbolader, das ergibt insgesamt ein sattes Drehmoment von 465 Newtonmeter.

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Das Auto spricht sogar mit den Insassen, selbst Außenstehende bleiben nicht ganz unbehelligt, und der M2 tut das auf vielfältige Weise: Er gurgelt und sprotzt, er brabbert und gluckert, und wenn die Auseinandersetzung einmal heftiger werden sollte, dann röhrt und brüllt der M2, dass einem bange werden könnte. Respekt ist im Umgang mit diesem BMW durchaus angebracht.

Jetzt kann man nicht nur gut überholen, man könnte ernsthaft auch auf die Rennstrecke abbiegen, wäre man nicht gerade unterwegs nach Bogenfeld, um auch dem Faaker See guten Tag zu sagen. Der Comfort-Modus ermöglicht ein halbwegs zivilisiertes Vorankommen, bei dem wenig gekreischt wird, als Eskalationsstufen stehen ein Sport- und ein Sport-plus-Modus zur Verfügung, bei denen alle Sinne des Wagens geschärft werden – bis hin zu einem gepflegten Drift durch die Kurven, von dem Ulli aber unter keinen Umständen etwas wissen will.

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Das Doppelkupplungsgetriebe schlichtet knackig die sieben Gänge in unglaublicher Geschwindigkeit und ohne Zugkraftunterbrechung, das ist wirklich ein Hochgenuss, sowohl im Komfortbetrieb als auch bei forcierter Fahrweise, wenn diese (der Ulli) zumutbar ist. Also das mit dem Erwachsenwerden hat tatsächlich noch Zeit, derweil fahren wir fröhlich tolle Autos wie den M2. Der im Übrigen doch ein recht erwachsenes Auto ist, wie ich finde. (Michael Völker, 24.7.2016)

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Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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