Rund 100 Flüchtlinge in Belgrad im Hungerstreik

22. Juli 2016, 12:18
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Derzeit 3.000 Schutzsuchende in Serbien

Belgrad – Rund 100 Flüchtlinge, die in einem Park in der serbischen Hauptstadt Belgrad unter freiem Himmel leben, sind laut Medien in Hungerstreik getreten. Als Gründe nannten sie die Situation an der ungarischen Grenze, Angst vor Abschiebung und Nahrungsmangel, wie der Sender "B-92" am Freitag berichtete. Auch hätte sich ein Gerücht verbreitet, wonach die Polizei sie von dort vertreiben sollte.

Der Sender unterhält in dem Park dicht an dem Busbahnhof seit vergangenem Sommer einen Flüchtlings-Infopunkt. Der staatliche TV-Sender bestätigte die Angaben. Die Flüchtlingszahl im Belgrader Stadtzentrum wird auf etwa 500 geschätzt. Etwa 85 Prozent der Flüchtlinge in Serbien stammen aus Afghanistan und Pakistan und haben nach Ansicht der Behörden kaum Aussichten, in Serbien Asyl zu erhalten.

Strengere Sicherheitsmaßnahmen

Die serbischen Behörden hatten am vergangenen Wochenende strengere Sicherheitsmaßnahmen zur Lösung der Flüchtlingskrise angekündigt. Diese sehen nicht nur eine stärkere Militär- und Polizeipräsenz an den Grenzen zu Bulgarien und Mazedonien vor, sondern auch die Abschiebung all jener Flüchtlinge, die in Serbien nicht um Asyl ersuchen.

Laut Behördenangaben halten sich derzeit in Serbien etwa 3.000 Flüchtlinge auf, die Hälfte davon in zwei improvisierten Camps an der serbisch-ungarischen Grenze und einem nahen Aufnahmezentrum. Täglich werden nach Ungarn 30 Flüchtlinge durchgelassen. (APA, 22.7.2016)

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