Boeing: Für Jumbojet und Dreamliner wird die Luft dünner

22. Juli 2016, 10:15
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Neben der klassischen 747 und der 787 sorgt auch das Tankflugzeug KC-46 für Probleme

Chicago – Boeing muss wegen Problemen bei drei Flugzeugmodellen 2,1 Milliarden Dollar (1,9 Milliarden Euro) abschreiben. Der größte Batzen fällt mit einer Wertberichtigung von 847 Millionen Dollar beim Langstreckenmodell Boeing 787 Dreamliner an, gab der Konzern am Donnerstag bekannt.

Hier gibt Boeing die Hoffnung auf, für zwei erste Testflugzeuge noch Käufer zu finden. Das Problem mit den beiden Maschinen ist, dass sie für einen kommerziellen Betrieb stark umgerüstet werden müssten und bei ihnen die frühen Schwierigkeiten mit Zulieferern und Konstruktion Spuren hinterlassen haben.

Absatzprobleme

Beim Großraumflugzeug 747-8 (der aktuellen Version des klassischen Jumbojets) werden 814 Millionen Dollar abgeschrieben. Boeing wollte zum Jahr 2019 die Produktion auf zwölf Maschinen im Jahr verdoppeln und hoffte dabei auf die Nachfrage nach Frachtversionen. Jetzt bleibt es bis auf weiteres bei sechs Flugzeugen jährlich. Die Airlines kaufen inzwischen ungern große Maschinen mit vier Triebwerken. Auch Airbus hat Absatzprobleme bei seinem Riesen A380. Bei Boeing läuft das sparsamere zweistrahlige Modell 777 besser als der Jumbo.

Für den Rest der Abschreibung von 393 Millionen Dollar sorgt das Tankflugzeug KC-46 für die US-Luftwaffe. Auslöser sind weitere Verzögerungen bei dem Projekt sowie Kosten für einen Umbau der Tankvorrichtung. Es ist schon das vierte Mal, dass das Programm höhere Kosten verursacht. Boeing soll zunächst 18 Tankflugzeuge liefern.

Die Wertberichtigung kommt nicht überraschend: Alle drei Probleme waren bereits bekannt. Der Großteil der Abschreibung werde sich nicht auf den Zahlungsmittelfluss auswirken, betonte Boeing. An seiner Umsatzprognose für 2016 hält der Konzern fest. Der Flugzeugbauer legt am kommenden Mittwoch seine Zahlen für das vergangene Quartal vor. (APA, 22.7.2016)

  • Die geplante Produktionsausweitung für das neueste 747-Modell wird bis auf weiteres verschoben.
    foto: ted s. warren

    Die geplante Produktionsausweitung für das neueste 747-Modell wird bis auf weiteres verschoben.

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