Trump verspricht Republikanern: "Ich bin eure Stimme"

22. Juli 2016, 06:53
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Donald Trumps Antrittsrede wurde von den Demokraten noch vor seinem Auftritt geleakt. Law & Order standen im Fokus

Unter tosendem Applaus ließ sich Donald Trump Donnerstagabend auf dem Parteitag der Republikaner zum offiziellen US-Präsidentschaftskandidaten küren. Die Quickens Loan Arena in Cleveland war diesmal bis auf den Platz gefüllt. Die Spannung hielt sich trotzdem in Grenzen. Stunden zuvor war die Rede des Immobilienmoguls ausgerechnet aus dem Kreis der Demokraten geleakt worden. Trump ließ sich davon aber nicht irritieren und hielt sich weitgehend an das vorbereitete Skript.

Es folgte ein fast einstündiges Loblied auf den "Amerikanismus", der wieder an erste Stelle gerückt werden müsse. Um das zu erreichen, stelle er, Trump, sich nun als Kandidat zur Verfügung: "Ich bin eure Stimme." Trump griff das auf dem Parteitag dominierende Thema Sicherheit noch einmal auf, beklagte die Mord- und Kriminalitätsraten im Land und verknüpfte sie nahtlos mit illegalen Einwanderern. Anschließend versprach er: "Ab dem 17. Jänner (Antritt des neuen Präsidenten, Anm.) wird wieder Sicherheit einkehren." Solange es keine sichere Screening-Methode gebe, dürften keine Immigranten mehr aus Ländern, die Terroristen beherbergten, in die USA kommen.

Will Sanders-Unterstützer

An seiner Konkurrentin ließ Trump, wie zu erwarten, kein gutes Haar. Die E-Mail-Affäre von Hillary Clinton zeige ihm, dass die "Korruption eine nie zuvor gesehene Stufe erreicht hat". Vom Publikum wurde das mit der lautstarken Forderung, sie ins Gefängnis zu bringen, goutiert. Von wenig Bescheidenheit gezeichnet war die Rolle, die Trump für sich selbst vorsah und die ihm nun offiziell auch von der Partei zugesprochen wurde: "Keiner kennt das System besser als ich. Deshalb bin ich der Einzige, der es reparieren kann."

Auch Bernie Sanders sei Opfer des politischen Establishments geworden und habe deshalb niemals die Chance gehabt zu gewinnen, sagte Trump. Gleichzeitig prophezeite er, dass die Sanders-Unterstützer nun in sein Lager wechseln würden.

Schutz für LGBTQ

An zwei Wählerschichten wandte sich Trump in seiner Rede explizit: Er versprach der LGBTQ-Community, sie vor Terrorismus beschützen, und freute sich über den darauffolgenden wertschätzenden Applaus. Zwanzig Minuten später waren es die Evangelikalen, bei denen sich Trump für die Unterstützung bedankte und denen er die uneingeschränkte Meinungsfreiheit garantierte.

Auf den Eklat vom Vortag, als Ted Cruz ihm bei seinem Auftritt zur Primetime die Unterstützung verweigert hatte, ging Trump erst gar nicht ein. Er konzentrierte sich darauf, seine Versprechen an die Wählerschaft zu beteuern. Diese reichten von Millionen von Jobs, die er schaffen würde, über das Errichten einer Mauer zu Mexiko bis hin zu mehr Wahlfreiheit und weniger Regierungseingriff in fast alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens.

Seinen Kritikern in den Medien und der Politik richtete er schließlich aus, dass er laut ihren Aussagen gar nicht hier stehen dürfte. Er werde das Land wieder auf die Gewinnerstraße zurückführen: "We will make America great again."

Ivanka Trump spricht zu starken Frauen

Als "Champion" vorgestellt wurde Donald J. zuvor von seiner Tochter und Geschäftspartnerin Ivanka. Wohl nicht zur Freude der Parteigranden gestand Ivanka Trump, dass sie als ein Teil der "Generation Millennium" sich nicht mehr einer bestimmten Partei zugehörig fühle, sondern ihre Wahl ausschließlich danach treffe, wer für sie richtig sei. Ihre Rede richtete sich stark an junge Frauen; eine Zielgruppe, bei der Trump bisher nicht punkten konnte und die wohl auch die große Anzahl an weiblichen Rednerinnen am letzten Tag erklärte. Ivanka Trump kündigte an, dass sich ihr Vater um leistbare Kinderbetreuung und gleiche Bezahlung für Frauen und Männer einsetzen werde.

Nennenswerte Auftritte an diesem Abend legten außerdem der schwarze Pastor Mark Burns, der als Einheizer agierte, und Paypal-Gründer Peter Thiel hin, der erste bekennende Schwule auf der Bühne eines republikanischen Parteitags. (Teresa Eder aus Cleveland, 22.7.2016)

  • Donald Trump ist nun offiziell der Präsidentschaftskandidat der Republikaner.
    foto: teresa eder

    Donald Trump ist nun offiziell der Präsidentschaftskandidat der Republikaner.

  • Donald Trump verspricht: Mit ihm als Präsident werde "wieder Sicherheit einkehren".
    foto: apa/afp/getty images/john moore

    Donald Trump verspricht: Mit ihm als Präsident werde "wieder Sicherheit einkehren".

  • Donald Trumps Tochter Ivanka stellte ihren Vater als "Champion" vor.
    foto: teresa eder

    Donald Trumps Tochter Ivanka stellte ihren Vater als "Champion" vor.

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