Neuer Hirnatlas zeigt fast 100 unbekannte Areale – San-Andreas-Spalte bebt im Takt von Ebbe und Flut

22. Juli 2016, 06:00
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illu.: matthew f. glasser, david c. van esse

Neuer Hirnatlas zeigt fast 100 unbekannte Areale

Saint Louis – Die groß angelegten Bemühungen, unser Gehirn besser zu verstehen, machen weitere Fortschritte: nun in Form eines hoch aufgelösten Atlas, den Wissenschafter um David Van Essen (Washington University) im Fachblatt "Nature" veröffentlicht haben. Auf Basis der Daten von 210 Personen, deren Gehirn im Rahmen des Human Connectome Projects mit diversen Methoden gescannt wurde, teilten sie das Organ in insgesamt 180 Areale pro Hirnhälfte auf, von denen 97 bislang Bestandteile anderer Regionen waren – und damit der Forschung so gut wie unbekannt. (red)

Abstract
Nature: "A multi-modal parcellation of human cerebral cortex"

San-Andreas-Spalte bebt im Takt von Ebbe und Flut

Pasadena – Die San-Andreas-Verwerfung gilt als eine der gefährlichsten Erdbebenzonen der Welt. Dort finden aber auch ständig tiefe, niederfrequente Mikrobeben statt. Wie Forscher um Nicholas van der Elst (US Geological Survey) im Fachblatt "PNAS" berichten, stehen diese Beben im Zusammenhang mit der Anziehungskraft von Mond und Sonne, die nicht nur Ebbe und Flut in den Ozeanen verursacht, sondern auch in 14-tägigem Rhythmus zu den Mikrobeben führt. (red)

Abstract
PNAS: "Fortnightly modulation of San Andreas tremor and low-frequency earthquakes"

Niederlande fördern Wiederholung von Studien

Amsterdam – Die Niederlande wurden in den letzten Jahren von einigen Forschungsskandalen erschüttert: So entpuppten sich einige sozialpsychologische Studien als gefälscht oder nicht reproduzierbar. Dem will nun die NWO, der Wissenschaftsfonds der Niederlande, Abhilfe schaffen. Drei der 700 Millionen Euro des Budgets sollen der Replikation von Studien gewidmet werden. (tasch)

Link
Nature News: "Dutch agency launches first grants programme dedicated to replication"

(22.7.2016)

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