Der Superstar muss liefern

21. Juli 2016, 17:28
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Usain Bolt ist noch nicht für Olympia qualifiziert, der Jamaikaner ist in London gefordert

London – In München war Usain Bolt nicht nur aus Spaß. Auch wenn das Partyfoto, das den Sprint-Superstar unlängst mit Österreichs Fußballstar David Alaba und dem Football-Star Odell Beckham Jr. zeigte, darauf hindeutete. Eigentlich war Bolt wegen seines Vertrauensarztes Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt in der Stadt. Dieser sollte seinen Traum von Olympia in Rio retten.

Der Oberschenkel des 29-jährigen Jamaikaners zwickt. Die Zeit drängt. Die Spiele in Rio werden in zwei Wochen eröffnet. Bolt ist noch nicht fix qualifiziert. Bei den jamaikanischen Trials vor zwei Wochen war er vor dem 100-m-Finale ausgestiegen, auf den 200-m-Start hatte er verzichtet. Sein Verband hat den Weltrekordler zwar nominiert. Über 200 m muss er aber am Freitag beim Diamond-League-Meeting in London seine Wettkampffähigkeit nachweisen. Diese Strecke ist er in dieser Saison noch gar nicht gelaufen.

"Ich fühle mich gut, habe gut trainiert. Meinem Oberschenkel geht es gut, ich habe keine Probleme", sagte Bolt. Müller-Wohlfahrt, der auch Arzt des deutschen Fußballnationalteams ist, hatte Bolt schon im Vorjahr in einer ähnlichen Situation wieder hinbekommen. Bei der WM in Peking lief der sechsfache Olympiasieger dann zu dreimal Gold.

Jamaika will seinen Superstar, der in den vergangenen Jahren verletzungsanfälliger geworden ist, natürlich nach Rio mitnehmen. Aber auch dem Verband sind Grenzen gesetzt. Athleten, die anders als Bolt die Norm erfüllt haben, könnten gerichtlich gegen eine Ausbootung vorgehen. Bolt ist also gefordert. Da hilft ihm auch der Ruhm der Vergangenheit nicht. (sid, rie, 21.7.2016)

  • Usain Bolt ist nicht zum Spaß in London.
    foto: reuters / andrew couldridge livepic

    Usain Bolt ist nicht zum Spaß in London.

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