Lopetegui neuer spanischer Nationaltrainer

21. Juli 2016, 15:44
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Der 49-Jährige war zuletzt beim FC Porto engagiert und wurde von Medien "Guardiola Nummer zwei" genannt

Julen Lopetegui heißt der neue Trainer, in den die Fußball-Nationalmannschaft Spaniens ihre Hoffnungen setzt. Der 49-Jährige soll "La Roja" nach dem frühen Scheitern bei der WM 2014 und der EM 2016 in bessere Zeiten führen. Lopetegui war selbst in Spanien vor drei Jahren weitgehend unbekannt – nun wird er bereits öfters mit Startrainer Josep Guardiola verglichen.

"Es wird keine Revolution geben, sondern eine Evolution, bei der einige junge Spieler ihre Chance bekommen", kündigte Lopetegui bei seiner Präsentation am Donnerstagabend an. Man denke nicht an Veränderung, sondern daran, wie jedes bevorstehende Spiel angegangen werden müsse. "Wir werden von all den guten Dingen profitieren, die der spanische Fußball über viele Jahre gemacht hat, aber logischerweise werden wir das an jeden Gegner anpassen", erklärte er.

Lob von Del Bosque

Lopetegui, der erst im Jänner beim FC Porto gescheitert ist, beerbt beim Weltmeister von 2010 den nach der EM in Frankreich zurückgetretenen Vincente del Bosque. "Das sieht für mich wie eine gute Entscheidung aus", sagte Vorgänger Del Bosque. "Ich kenne Julen sehr gut und habe gern mit ihm gearbeitet. Er hat viel Enthusiasmus und Energie", sagte Del Bosque.

Der gebürtige Baske Lopetegui kennt sich im spanischen Fußballverband aus. Er hat bereits von 2010 bis 2014 die Nachwuchs-Auswahlen der U19 und U21 zum Europameister-Titel gecoacht. Der spanische Verband gab die Verpflichtung am Donnerstag bekannt. Die Vertragsdauer wurde zunächst aber nicht mitgeteilt.

Der Aufstieg von Lopetegui kommt relativ spät. Noch vor drei Jahren war er – der als Tormann unter anderem bei Real Madrid (1989-1991) und dem FC Barcelona (1994-1997) oft nicht einmal auf der Bank sitzen durfte – selbst bei den meisten Fußballfans in Spanien ein Nobody. In seinem ersten Trainerjahr bei Rayo Vallecano (2003/2004) in der 2. Liga war er schon vor Saisonende entlassen worden.

Der Schlag saß wohl tief, denn lange Jahre arbeitete Lopetegui nur als TV-Kommentator oder Club-Späher. Einige erinnerten sich an ihn nur deshalb, weil er einmal als Kommentator vor laufenden Kameras plötzlich ohnmächtig geworden war. Doch als Lopetegui als Jugend-Coach auf die Trainerbank zurückkehrte, machte er sich einen Namen. Im Jahr 2014 wurde er als Trainer des FC Porto vorgestellt.

Beim portugiesischen Traditionsclub konnte er die Fans in der ersten Spielzeit mit offensivem Stil und dem Vorstoß bis ins Viertelfinale der Champions League gegen den FC Bayern erfreuen. Als die Bayern im Hinspiel mit 3:1 bezwungen wurden, wurde er von der spanischen Sportzeitung "AS" zum "Giganten" erhoben. Er wurde erstmals mit dem früheren Barcelona- und Bayern-Coach Pep Guardiola verglichen – und "Guardiola Nummer zwei" getauft. (APA, 21.7.2016)

  • Julen Lopetegui.
    foto: afp/ javier soriano

    Julen Lopetegui.

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