Musik, Lesungen, Kunst: Heutiges Echo alter Poesie

21. Juli 2016, 15:31
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Im und um das Schloss Damtschach in Kärnten findet am Sonntag unter dem Namen "Of secrets, I am silence" ein Reigen an Musik, Lesungen und bildender Kunst statt

Klagenfurt – Die Idee der sogenannten "englischen Gärten" war, die Wildnis nachzubilden. Schon zu Beginn der Industrialisierung stand die unberührte Natur im Rang eines verlorenen Paradieses. Die Wildnis war vom Ort des Schreckens zum Erholungsgebiet geworden.

Den Verfall, den man bis dahin weiträumig mied, holte man sich in Gestalt einer künstlichen Ruine so nahe, dass man ihn vom Fenster aus zwischen Büschen und Bäumen durchschimmern sah. Romantisch. Und eine Verschmelzung von Gegenwart und Vergangenheit zu einem großen Lebensgefühl.

Kunst und Natur

Der Carinthische Sommer lädt diesen Sonntag auf das um 1820 errichtete Schloss Damtschach in Wernberg, ein Miteinander und Ineinander von Gegenwart und Vergangenheit zu erleben.

Das Konzept des Events, das unter dem Titel Of secrets, I am silence steht, stammt von der australischen Komponistin, bildenden Künstlerin und Performerin Tamara Friebel. Alte und Neue Musik treten in der Schlosskapelle in Bezug zueinander, in einem Salon des Schlosses löst alte Poesie ein heutiges Echo aus, und im englischen Landschaftsgarten rund um das Schloss erscheint die Natur ebenso als gewachsene Vegetation wie als Motiv der zeitgenössischen Malerei. Marie Orsini-Rosenberg (Barockcello) und Herwig Neugebauer (G-Violine) interpretieren in der Kapelle Werke aus der Frühzeit des (aus Kontrabass und Gambe hervorgegangenen) Violoncellos sowie eingestreut Kompositionen von Tamara Friebel.

Im Salon liest Johanna Orsini-Rosenberg aus dem Poesiealbum des Schlosserbauers, erweitert um Beiträge heutiger Schlossbesucher wie Ferdinand Schmatz, Franz Josef Czernin oder Maja Haderlap. Und im Park hängt Markus Orsini-Rosenberg seine vor Ort entstandenen malerischen Naturreflexionen an unsichtbarem Silk mitten zwischen Blätter und Zweige. (Michael Cerha, 21.7.2016)

24. 7., Wernberg, Schloss Damtschach, 17.00

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Carinthischer Sommer

  • Die Natur dient als "Wand", vor der Arbeiten Markus Orsini-Rosenbergs hängen.
    foto: markus orsini-rosenberg

    Die Natur dient als "Wand", vor der Arbeiten Markus Orsini-Rosenbergs hängen.

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