Studie: Mehr als ein Drittel der Mitarbeiter sind nicht motiviert

25. Juli 2016, 13:29
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Lediglich 13 Prozent arbeiten laut einer internationalen Studie hoch motiviert und engagiert – die Arbeitsumgebung spiele eine wichtige Rolle

Die Lage ist ernst. So beschreibt es Steelcase, ein Unternehmen für Büro-, Hochschul- sowie Krankenhauseinrichtungen, in ihrem Global Report. Gemeinsam mit dem Forschungsinstitut Ipsos wurden insgesamt 12.480 Menschen in 17 Ländern zu ihrer Einstellung zum Arbeitsplatz befragt. Zentrales Ergebnis: Mehr als ein Drittel der Beschäftigten ist nicht engagiert. Ein weiteres Drittel arbeitet zwar nicht gegen ihren Arbeitgeber, trägt aber zugleich auch nicht dazu bei, die Geschäftsergebnisse voranzutreiben.

Motivation als komplexe Aufgabe für Unternehmen

Das geringe Engagement sorgt nicht nur für miese Stimmung in den Unternehmen, Steelcase betont die ökonomischen Verluste: Unmotivierte Mitarbeiter würden nicht nur Geld kosten, sie würden Projektfortschritte verlangsamen, Ressourcen verschwenden, Unternehmensziele untergraben und die Arbeit der motivierten Kollegen beeinträchtigen. Aus diesem Grund zähle das Mitarbeiterengagement zu den schwerwiegendsten Problemen weltweit führender Konzerne, heißt es im Report. "Dieses niedrige Engagement zu beseitigen ist eine schwierige und komplexe Aufgabe, und viele Unternehmen haben auf unterschiedlichste Art und Weise versucht, dieses wichtige Thema anzugehen", sagt CEO Jim Keane.

Für die fehlende Motivation der Mitarbeiter kann es natürlich viele Gründe geben. Steelcase interessiert sich – wenig überraschend – dafür, welchen Einfluss Arbeitsorte auf das Engagement von Mitarbeitern haben. Dabei wurde festgestellt – auch das überrascht beim Auftraggeber nicht weiter – dass die Arbeitsumgebung Maßnahmen zur Steigerung des Mitarbeiterengagements nicht nur fördern, sondern auch behindern kann.

Wie die Arbeitsumgebung beiträgt

Wer mit der Arbeitsumgebung zufrieden sei, sei auch allgemein motivierter und engagierter – besonders wenn der Arbeitsplatz einen hohen Grad an Selbstbestimmung zulässt. Engagierte Mitarbeiter könnten oft in hohem Maße selbst entscheiden wo und wie sie arbeiten, bei Bedarf stünden geeignete Rückzugsmöglichkeiten zur Verfügung. Diese Mitarbeiter seien häufig in Firmen anzutreffen, die auf eine so genannte "Zwei-Wege-Kommunikation" setzen: Einerseits werden Mitarbeiter vom Unternehmen mit Echtzeit-Informationen versorgt, andererseits können sie sich aber auch jederzeit mit eigenen Ideen einbringen. In nicht fest zugeordneten Arbeitsplätzen arbeiten laut Studie aber nur acht Prozent. Die meisten arbeiten in einem traditionellen Büroumfeld wo laut Steelcase Hierarchie und Einzelarbeit am Schreibtisch auf der Tagesordnung steht.

Wie begegnet man dem fehlenden Engagement? Steelcase merkt an, dass es dafür Einsichten, Investitionen und nachhaltiges Handeln brauche. Unternehmen müsse bewusst werden, dass Arbeitsumgebungen eine Investition seien. Das könne mit einem Arbeitsplatz gelingen, der sich durch Resilienz auszeichnet: "Ein Ökosystem aus Räumen, das das Wohlbefinden der Mitarbeiter dadurch unterstützt ,Auswahl- und Entscheidungsmöglichkeiten am Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen und unterschiedliche Körperhaltungen, Präsenzen und ausreichend Privatsphäre zu fördern." Wer das erkenne sei bestens positioniert, wenn es darum geht, die besten Talente zu gewinnen und zu halten, Wettbewerber zu überflügeln und zu wachsen. (red, 25.7.2016)

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