Olympia: Sigi Bergmann in Rio wieder für ORF im Einsatz

21. Juli 2016, 13:39
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Mit 78 zum 20. Mal bei Olympischen Spielen – "Es gibt insgesamt 264 Boxkämpfe. Ich werde versuchen, bei allen dabei zu sein" – "Programm hat sich gewaltig geändert"

Wien/Rio de Janeiro – Knapp über 100 Redakteure und Techniker hat der ORF bei den Olympischen Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro im Einsatz. Der "Doyen" unter den ORF-Reportern ist dabei einmal mehr der 78-jährige Sigi Bergmann. "Das sind die 20. Olympischen Spiele, bei denen ich direkt dort dabei bin", sagte Bergmann.

Seit seinem 60. Geburtstag offiziell in Pension ist Bergmanns Expertise bei Olympischen Spielen nach wie vor gefragt. Für den ORF kommentiert Bergmann in Rio die Boxbewerbe. "Es gibt insgesamt 264 Boxkämpfe. Ich werde versuchen, bei allen dabei zu sein."

Legendäre Zitate

Dabei wird der Journalist wohl wieder für das eine oder andere legendäre Zitat sorgen. "Da sehen Sie, was für eine saubere Sportart das Boxen ist. Haben Sie schon einmal gesehen, dass ein Fußball-Schiedsrichter einem Spieler die Nase putzt?", meinte Bergmann etwa 2008 bei den Sommerspielen in Peking, als der Ringrichter einem Boxer die blutende Nase abwischte.

Als Österreichs einstiger Paraderodler Markus Prock bei Olympia um lächerliche 13 tausendstel Sekunden die Goldmedaille verpasst hatte, meinte Bergmann, das sei nicht einmal der "Wimpernschlag einer Libelle". Ein Biologe kritisierte danach, dass Libellen keine Wimpern hätten. Und vom Fürstentum Monaco gab es sogar eine offizielle Protestnote, weil Bergmann einen glimpflich verlaufenen Unfall des Viererbobs mit Prinz Albert scherzhaft als "Prinzenrolle" bezeichnet hatte.

Tausende Boxkämpfe übertragen

An seiner Leidenschaft für den Sport und für Olympia habe sich "im Prinzip" nichts geändert, so der promovierte Historiker, der einst auch Operngesang studiert und selbst an der Wiener Universität geboxt hat. Für den ORF hat der Reporter Tausende Boxkämpfe übertragen und zahlreiche weitere Sportarten gecovert. Als ihm der ORF nun den Job in Rio angeboten hat, habe er keine Sekunde gezögert.

Die Olympischen Spiele 1968 in Mexiko und 1972 in Sapporo waren Bergmanns erste. Allerdings habe er über beide Ereignisse aus Wien berichtet. Am Schauplatz war damals de facto nur der legendäre Sportmoderator Kurt Jeschko. "Das Programm hat sich gewaltig geändert. Heute wird alles live und auf zwei Sportkanälen übertragen", so Bergmann. Auch die Sicherheitsmaßnahmen hätten sich drastisch verändert. "Seit München 1972 ist Olympia, was die Sicherheit betrifft, fast ein Kriegsschauplatz geworden. Die Sicherheit kostet heute fast so viel wie die Stadionbauten." Dafür habe sich die ganze Technik wesentlich verbessert.

Die besten Erinnerungen hat der langjährige ORF-Journalist an die Olympischen Sommerspiele 1988 in Seoul. Er war damals Reporter und seine Tochter hat sich in der Rhythmischen Gymnastik für Olympia qualifiziert. "Da war Olympia am schönsten", sagte Bergmann, der gerade wieder Großvater geworden ist. (APA, 21.7.2016)

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  • Für den ORF kommentiert Sigi Bergmann dieses Jahr in Rio die Boxbewerbe.
    foto: apa/gindl

    Für den ORF kommentiert Sigi Bergmann dieses Jahr in Rio die Boxbewerbe.

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