Busse, Laster, Solardach: Tesla will Allrounder bei E-Mobilität werden

21. Juli 2016, 12:59
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Elon Musk hat Großes vor: Akkus aus dem Hause Tesla, Strom von Tesla-Solardächern, Geld verdienen mit dem eigenen Auto

Palo Alto – Der US-Elektroautopionier Tesla will seine Geschäftsfelder deutlich ausweiten, kündigte Tesla-Chef Elon Musk in einem Masterplan an. Das US-Unternehmen will zum einen seine Modellreihe auf alle wichtigen Fahrzeugvarianten erweitern. Bald sollen also neben Pkws auch elektrische Busse und Lastwagen gebaut werden. Neben einer Carsharing-Flotte will Tesla in Zukunft auch Solardächer für Häuser mit integrierten Batteriespeichern anbieten. Trotz der Sicherheitsdebatte nach einem tödlichen Unfall in einem Tesla will Musk das Konzept des autonomen Fahrens vorantreiben – das gilt sowohl für Pkws als auch für Busse und Lkws.

Bereits im nächsten Jahr will Tesla seine Modellpalette kräftig ausweiten. Neben dem Lastwagen Tesla Semi sollen dann ein Bus für den öffentlichen Nahverkehr, ein Pick-up und ein Kompakt-SUV angeboten werden. Bisher setzt Tesla auf den Sportwagen S und das größere Modell X. Nächstes Jahr soll der günstigere Mittelklassewagen 3 auf den Markt kommen.

Insgesamt will der Konzern dieses Jahr bis zu 90.000 Autos ausliefern. 2018 sollen es dann schon 500.000 sein. Bei all den ambitionierten Plänen gibt es aber weiterhin auch berechtigte Zweifel, ob das Unternehmen einer höheren Nachfrage gewachsen ist. So steht Tesla nach erneuten Lieferproblemen unter Druck, im vorigen Quartal hatte es zum zweiten Mal in Folge weniger Autos an die Kunden ausgeliefert als in Aussicht gestellt.

Solartechnik-Allrounder

In seinem "Masterplan, Teil zwei" skizziert Musk nun den Weg, auf dem er sein Unternehmen aus der Nische heraussteuern will. Tesla soll zu einer Art Komplettanbieter bei E-Fahrzeugtechnik werden. Künftig soll der Kunde nicht nur Akkus aus dem Hause Tesla erhalten. Sein Auto kann er demnach auch mit eigenem Strom aus Tesla-Solardächern und Speichern aufladen. Letztlich will Musk, dass der Tesla-Kunde seinen Alltag weitgehend mithilfe der Solartechnik gestaltet. In diesem Zusammenhang warb er erneut für seine Pläne zur Übernahme des Solarpanel-Herstellers Solarcity, die unter Investoren wegen immenser Investitionen umstritten ist.

Das umstrittene autonome Fahren verteidigt Musk vehement gegen Sicherheitsbedenken. Tesla werde eine Selbststeuerungstechnik entwickeln, die zehnmal sicherer sein werde als die manuelle Steuerung, kündigte er an. Diese werde dann in allen Tesla-Fahrzeugen zum Einsatz kommen. Einen Zeitrahmen dafür nannte Musk ausnahmsweise einmal nicht. Er deutete aber an, dass eine fünfjährige Testphase nötig sein werde.

Kampfansage an Uber

Zudem soll der Tesla-Fahrer sein Auto per Smartphone-App in einen Mietwagen verwandeln können. So könne der Besitzer mit dem Wagen Geld verdienen, wenn er ihn nicht brauche, erklärte Musk in einer offenen Kampfansage an Fahrdienste wie Uber. In Städten, in denen die Nachfrage dieses Angebot übersteige, werde Tesla dann eine eigene Carsharing-Flotte zur flexiblen Anmietung anbieten.

Musk ist mit seinen Plänen nicht allein in der Branche. So arbeitet auch Daimler schon an selbstfahrenden Lkws. Hersteller wie Daimler und BMW bieten bereits in einigen Städten Carsharing-Flotten an. Auch General Motors und Toyota mischen hier kräftig mit. (APA, Reuters, 21.7.2016)

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Tesla

  • Tesla expandiert in weitere Segmente.
    foto: apa/afp/getty/spencer pla

    Tesla expandiert in weitere Segmente.

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