Tausende fliehen vor Kämpfen im Südsudan

20. Juli 2016, 23:26
4 Postings

Die humanitäre Krise wächst

Juba – Die Gewalt im Südsudan hat eine Massenflucht nach Uganda ausgelöst. Allein am Dienstag sollen aus dem afrikanischen Krisenstaat 6000 Menschen in das südliche Nachbarland geflüchtet sein, wie der Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) in Uganda, Charles Yaxley, am Mittwoch sagte. Das UNHCR habe an den Grenzübergängen Auffanglager eingerichtet.

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) behandelte in Südsudans Hauptstadt Juba nach eigenen Angaben in der Woche nach dem Ausbruch der Kämpfe rund 2700 Menschen. Die Angst vor einem Cholera-Ausbruch wachse.

270 Tote

Kurz vor dem fünften Jahrestag der Unabhängigkeit des Südsudans am 9. Juli waren in der Hauptstadt Juba erneut Kämpfe zwischen den Streitkräften und Ex-Rebellen ausgebrochen. Dabei wurden nach Regierungsangaben binnen weniger Tage mindestens 270 Menschen getötet.

"Der Großteil unserer Patienten sind Frauen und Kinder", sagt Maria Guevara, medizinische Koordinatorin des MSF-Nothilfeprogramms in Juba. "Da es nur noch eingeschränkt Lebensmittel und Wasser gibt, sind diese Gruppen noch verletzlicher, besonders Schwangere und Kinder unter fünf Jahren." Zugleich wachse mit täglich neuen Verdachtsfällen die Angst vor einem Ausbruch der Cholera. Vor allem zu Beginn der Regenzeit sei die Gefahr besonders hoch.

Angst vor Plünderungen

Eine von Präsident Salva Kiir angeordnete Waffenruhe hält seit Montag. Doch die Angst vor einem erneuten Bürgerkrieg hat nach den jüngsten Kämpfen rund 15.000 Menschen aus dem Südsudan zur Flucht in das benachbarte Uganda getrieben. Auch außerhalb der Hauptstadt war es erneut zu Gewaltausbrüchen gekommen. Zahlreiche Menschen hätten das Land aus Angst vor Plünderungen und Gewalt verlassen, berichteten Augenzeugen an der ugandischen Grenze.

Das ostafrikanische Land war Ende 2013 in einen Bürgerkrieg gestürzt. Seither haben Zehntausende Menschen ihr Leben verloren, rund 2,5 Millionen weitere sind nach UN-Angaben auf der Flucht. (APA, 20.7.2016)

Share if you care.