Die zehn Gebote eines angenehmen Flugs

27. Juli 2016, 05:30
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Langstreckenflüge können eine erhebliche Belastung für den Körper sein. Die Tricks für einen angenehmeren Flug sind so banal, dass wir sie oft erst recht ignorieren

Zu wenig Beinfreiheit, das Essen schmeckt nicht und die Temperatur in der Kabine ist nie richtig eingestellt – es gibt viele Gründe dafür, warum wir uns beim Fliegen unwohl fühlen.

So entspricht etwa der Luftdruck in der Kabine nicht jenem, den wir in der Regel gewöhnt sind. Aus technischen Gründen herrscht dort jener, der in rund 1.800 bis 2.500 Metern Seehöhe zu erwarten wäre. Für uns bedeutet das, dass unserem Körper weniger Sauerstoff zur Verfügung steht und sich der Sauerstoffgehalt im Blut verringert. Ein gesunder Organismus gleicht diesen Mangel aus, indem das Herz schneller schlägt und die Gefäße sich verengen. Die Studie eines Forscherteams des Belfast City Hospitals und der Universität belegte, dass dieser Vorgang bei der Hälfte der Passagiere jedoch nicht problemlos vonstatten geht. In Kombination mit der niedrigen Luftfeuchtigkeit in Flugzeugen können vor allem Langstreckenflüge zu einer echten Belastung des Körpers werden.

Um eine Flugreise angenehmer zu gestalten, gibt es einige banale, aber hilfreiche Tipps:

Tipp 1 – Stress vor dem Abflug vermeiden

Eine erstaunlich hohe Anzahl an Reisenden, ist vor dem Antritt einer Flugreise nicht ausreichend vorbereitet. Man macht sich zu spät auf den Weg zum Flughafen, es wird nicht geprüft, ob alle nötigen Unterlagen und der Reisepass auch wirklich ihren Weg in die Reisetasche gefunden haben, und von der genauen Boardingzeit und dem Abfluggate hat man keine Ahnung. Diese Stressfaktoren ließen sich schon einmal ganz leicht durch Planung vermeiden.

foto: reuters/carlo allegri
Genug Zeit einzuplanen erspart einem Stress schon vor dem Abflug.

Tipp 2 – Sitzplatz mit Bedacht wählen

Es kann einige Vorteile haben, sich im Vorhinein über die Flugzeug-Bestuhlung zu informieren. Internetseiten wie SeatGuru sind dabei behilflich, indem sie verschiedene Airlines und Flugzeugtypen inklusive Bauplänen auflisten und anhand von User-Bewertungen Auskunft darüber geben, welche Sitzplätze zu empfehlen sind. Wer an Board gerne seine Ruhe hat, sollte beispielsweise darauf achten, keinen Platz in der Nähe der Toiletten zu wählen. Sitzt man stattdessen in der Nähe der Tragflächen und somit nahe dem Schwerpunkt des Flugzeuges, wird man bei Turbulenzen meist weniger durchgeschüttelt. Bei vielen Airlines kann man beim Online-Check-in den Sitzplatz kostenlos wählen.

Tipp 3 – Leichtes Gepäck mitnehmen

Klingt auch banal, wird aber nur selten bedacht: Um die körperliche Erschöpfung vor und nach dem Fliegen gering zu halten, ist es ratsam, nur das Wichtigste einzupacken. Da sich dies allerdings oft schwierig gestaltet, sollte man sich zumindest einen Koffer mit Rollen besorgen.

foto: istock/murat deniz
Ein Koffer mit Rollen verhindert totale Erschöpfung schon vor dem Fliegen.

Tipp 4 – Auf die Ernährung achten

Schon für den Vortag des Abflugs gibt es einige Tipps und Tricks um physisch und psychisch fit zu sein. Neben frühen zu Bett gehen, hat es sich bewährt, vor dem Schlafen Sport zu treiben und auf schwere Mahlzeiten, Alkohol und Kaffee zu verzichten. Am Reisetag selbst sollten manche Gemüsesorten, wie etwa Zwiebel, Brokkoli, Karfiol, Salat und Bohnen, fettiges Essen, kohlensäurehaltige Getränke und Alkohol ebenfalls mit Vorsicht genossen werden.

Tipp 5 – Jetlag und Zeitzonen überlisten

Fast immer spielt das richtige Timing eine wesentliche Rolle. Das Board-Essen kommt, während unsere eingebaute Uhr denkt, es sei mitten in der Nacht. Um sich schneller auf neue Zeitzonen einstellen zu können, ist es manchmal ratsam, den Magen lieber knurren zu lassen und einmal auf ein Menü zu verzichten. Wartet man stattdessen auf die Essenszeit an der Zieldestination, fällt es dem Körper leichter, sich anzupassen.

Tipp 6 – Viel Flüssigkeit

In Flugzeugen herrscht standardmäßig eine niedrige Luftfeuchtigkeit, die unsere Nase, Hals, Haut und Augen austrocknen lässt. Es ist daher besonder wichtig, viel zu trinken – mindestens ein halber Liter Wasser sollte pro drei Stunden Flugzeit kosumiert werden. Feuchtigkeitscreme, Lippenbalsam, Augentropfen und Nasengel können zusätzlich den Körper vor dem Austrocknen schützen. Auch den Genuss von Alkohol verschiebt man besser bis nach der Landung, da er eine Dehydrierung des Körpers fördert und sich aufgrund der niedrigen Luftfeuchtigkeit an Board seine Wirkung verdoppelt.

foto: taffi/fotolia
Ausreichend Flüssigkeit ist das Um und Auf beim Fliegen.

Tipp 7 – Passend kleiden

Lockere und bequeme Kleidung steigert das Wohlbefinden – viele verschiedene Schichten, die man nach Bedarf an- und ausziehen kann, und ein Schal verhindern, dass die Temperaturunterschiede unangenehm werden oder ein kühler Luftzug der Klimaanlage unseren Schlaf stört. Hat man noch dazu an eine Schlafmaske gedacht, kann man damit störendes Licht anderer Passagiere abschirmen.

Tipp 8 – Lärmdämmung parat haben

Kopfhörer, die den Umgebungslärm und Hintergrundgeräusche wie das Brummen der Turbinen dämmen, können einen immense Hilfe dabei sein, Schlaf zu finden. Die Richtlinien für einen akzeptable Lärmpegel am Arbeitsplatz liegen bei etwa 40 bis 60 dBA, je nach Tätigkeit. In Flugzeugkabinen liegt er zwischen 65 dBA während dem Flug bis 85 dBA beim Start. Diese Erhöhung hat Auswirkungen auf unsere Gedächtnisleistung und macht uns müde.

foto: ap/michael probst
Die Lärmbelastung in Flugzeugkabinien kann enorm sein.

Tipp 9 – Für Unterhaltung sorgen

Viele Airlines bieten den Passagieren auf Langstreckenflügen kleine Fernseher und eine Auswahl an Filmen. Ist das nicht der Fall, sollte man Zeitschriften, Bücher oder Musikgeräte mitnehmen, um sich die Zeit zu vertreiben.

Tipp 10 – Bewegung machen

Einmal pro Stunde sollte durch ein wenig Bewegung der Kreislauf wieder in Schwung gebracht werden. Dazu reicht es, sich zu strecken, aufzustehen und einmal den Gang entlangzugehen, ab und zu einen Abstecher auf die Toilette zu machen und die Füße von Schuhen zu befreien. Kreislaufprobleme und Venenthrombosen sind weit verbreitete Probleme und beschränken sich nicht nur auf ältere Menschen. Kompressionsstrümpfe sind zwar nicht besonders stylisch, sie wärmen allerdings kalte Zehen und fördern vor allem die Blutzirkulation. (ape, 27.7.2016)

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