Steuer-Selbstanzeigen nach Panama-Papers gestiegen

20. Juli 2016, 14:09
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4.090 Steueranzeigen gab es laut Finanzministerium im ersten Halbjahr

Wien – Die Aufregung um die Veröffentlichung der Panama Papers Anfang April hat die Anzahl der Steuer-Selbstanzeigen in Österreich im ersten Halbjahr 2016 gegenüber dem Vorjahreshalbjahr etwas ansteigen lassen. Die Zahl erhöhte sich um 11 Prozent auf 4.090 Selbstanzeigen, teilte das Finanzministerium auf APA-Anfrage mit.

Die mit Abstand meisten Steuer-Selbstanzeigen gab es in den Jahren 2013 mit 12.939 und 2014 mit 14.012. Die damals fixierten Steuerabkommen mit der Schweiz und Liechtenstein motivierten viele Steuerpflichtigen, ihre Vermögen im Ausland zu deklarieren. Im Jahr 2015 halbierten sich die Selbstanzeigen wieder auf 7.351.

Mit einer Steuer-Selbstanzeige wegen Abgabenverkürzung kann man Straffreiheit erlangen, wenn man rechtzeitig bei einer Abgaben- oder Finanzstrafbehörde seine Verfehlung eingesteht, und die verheimlichten oder irrtümlich nicht erklärten Besteuerungsgrundlagen offenlegt und die Abgaben entrichtet. Als rechtzeitig gilt eine Selbstanzeige, wenn es zum Zeitpunkt der Selbstanzeige keine Verfolgungshandlungen der Steuerbehörden gibt.

Die Panama Papers umfassen 11,5 Millionen Dokumente aus einer internen Datenbank der panamesischen Steuerkanzlei Mossack Fonseca. Hauptsächlich handelt es sich um E-Mails, PDFs und Fotodateien von den 1970er-Jahren bis ins Frühjahr 2016. (APA, 20.7.2016)

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    grafik: apa
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