LASK nimmt dritten Anlauf auf Bundesliga

20. Juli 2016, 13:35
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Rivalen und Experten sehen Linzer als Favoriten. Aufregung um gekürzte Personalkosten und mögliche Heimspielverlegungen nach Pasching

Wien – Der LASK geht ins dritte Jahr nach dem Wiederaufstieg in die Erste Liga und zählt zum dritten Mal zu den Aufstiegsfavoriten. In der vergangenen Saison verpasste der Linzer Verein als großer Favorit hinter St. Pölten den Aufstieg. Auch in dieser Saison sehen die meisten Klubs und Experten die Linzer als Favoriten. LASK-Trainer Oliver Glasner lässt das relativ kalt.

"Favorit hin oder her, ich weiß nicht, wer das definiert. Ich glaube jedenfalls, dass wir um den Titel mitsprechen werden", sagte Glasner. Nichtsdestotrotz erwartet der LASK-Trainer eine "ganz schwierige Saison". Die Tatsache, dass aufgrund der Bundesliga-Reform in der Saison 2017/18 voraussichtlich mehr als ein Klub aufsteigen kann, nehme "überhaupt keinen Druck heraus", betonte Glasner.

Heißer Tanz zum Start

Er sieht Wacker Innsbruck, Austria Lustenau und den finanzkräftigen Aufsteiger SV Horn als die größten Konkurrenten. Zum Saisonauftakt am Freitagabend (20.30 Uhr/live ORF Sport +) trifft der LASK auswärts in Lustenau gleich auf einen möglichen Titelkonkurrenten. Der Saisonstart der Linzer hat es überhaupt in sich. In der zweiten Runde steigt das erste Linzer Derby gegen Aufsteiger Blau-Weiß. Dann folgt das Auswärtsspiel beim FC Liefering, bevor Wacker Innsbruck zum nächsten Duell der Titelanwärter beim LASK gastiert.

In der Sommerpause setzten die Linzer weitgehend auf Kontinuität. Von den Leistungsträgern verließen nur Christopher Drazan (St. Pölten) und Nikola Dovedan (Altach) den LASK in Richtung Bundesliga. Bis auf den 26-jährigen Rajko Rep (Austria Klagenfurt) holten die Linzer ausschließlich junge Spieler. In den 21-jährigen brasilianischen Außenverteidiger Paulo Otavio setzt Glasner besonders große Hoffnungen.

Alles beim Alten

"Wir wissen, dass wir eine gute Mannschaft haben, die jetzt seit über einem Jahr beisammen ist", sagte Glasner. Aus diesem Grund werde auch taktisch für die kommende Saison wenig geändert. "Die Grundprinzipien ändern wir nicht. Wir werden wieder einmal weiter vorne und einmal weiter hinten pressen", erklärte der 41-Jährige.

Der Schlüssel zum Erfolg werde sein, über die gesamte Saison Konstanz zu zeigen, so Glasner. "Wir hatten vergangene Saison 72 Punkte, das war eine ordentliche Zahl. In der einen oder anderen Phase hat aber die Konstanz gefehlt", erklärte der Trainer.

Gehälterwirrwarr

Für Aufregung sorgten in Linz während der Saisonvorbereitung Berichte, dass Gehälter von Leistungsträgern gekürzt worden seien. Glasner stellte im Gespräch mit der APA klar: "Es sind keine Gehälter gekürzt worden. Ein paar Spieler haben frei entscheiden können, ob sie leistungsorientiertere Verträge annehmen, bei denen am Ende mehr herausschaut, wenn wir erfolgreich sind."

Dennoch macht sich auch beim LASK das dritte Jahr in der finanziell schwierigen Ersten Liga bemerkbar. "Wir haben auch keine Notendruckbank. Die Erste Liga ist sehr interessant, aber ein finanzieller Kraftakt. Für diese Saison mussten wir die Personalkosten kürzen", sagte Glasner.

Pasching statt Gugl?

Ebenfalls für Aufregung sorgte das Vorhaben des Vereins, möglicherweise alle Spiele der Herbstsaison im Paschinger Waldstadion spielen zu wollen. Glasner sieht das nüchtern. "Sportlich war Pasching ein super Boden. Wir haben jedes Pflichtspiel dort gewonnen und trainieren dort", erklärte der Trainer.

Auch in Sachen Stimmung wäre Pasching, für das der LASK erst kürzlich das nicht mehr benötigte VIP-Zelt von Grödig gekauft hat, in der Ersten Liga kein Nachteil. "Wenn 3.000 Zuschauer in Pasching sind, springt der Funke schon über. Wenn das Stadion mit 5.500 Zuschauern wie gegen St. Pölten ausverkauft ist, ist die Stimmung top. Auf der Gugl ist erst gute Stimmung, wenn knapp 10.000 Zuschauer sind wie gegen Austria Salzburg im Herbst", erläuterte Glasner. (APA, 20.7.2016)

  • Der LASK will den Sprung in die höchste Spielklasse im dritten Versuch schaffen. Das hat auch finanzielle Gründe. Glasner: "Wir haben auch keine Notendruckbank. Die Erste Liga ist sehr interessant, aber ein finanzieller Kraftakt."
    foto: apa/georg hochmuth

    Der LASK will den Sprung in die höchste Spielklasse im dritten Versuch schaffen. Das hat auch finanzielle Gründe. Glasner: "Wir haben auch keine Notendruckbank. Die Erste Liga ist sehr interessant, aber ein finanzieller Kraftakt."

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