Wiederholt gute Ergebnisse: Microsoft ist wieder relevant

20. Juli 2016, 12:03
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Der Umbau des Unternehmens dürfte funktionieren, auch wenn einige Fragezeichen bestehen

Zum vierten Mal in Folge hat Microsoft Quartalszahlen mit profitablen Ergebnissen präsentiert – und alle Anzeichen deuten darauf hin, dass diese Entwicklung noch weiter aufgehen wird. Denn es sind vor allem zukunftsträchtige Bereiche wie Azure, die aufblühen. Dort wurde der Umsatz sogar verdoppelt. Sogar die oftmals belächelte Suchmaschine Bing zog an und hält mittlerweile, zählt man AOL und Yahoo dazu, bei einem Drittel aller Suchanfragen weltweit. Dazu kommt der anhaltende Erfolg des Videospiels "Minecraft", dessen Hersteller Microsoft vergangenes Jahr übernommen hatte.

Imageprobleme gelöst

Auch beim Image ist Microsoft wieder besser gestellt: Die Öffnung zur Open Source-Community wird mit Wohlwollen aufgenommen, außerdem erkennt das Unternehmen Trends wie den Raspberry Pi schnell, der mit speziellem Windows 10 beliefert wird. Dazu kommt die HoloLens, die als eine der ambitioniertesten Projekte im Bereich der Datenbrillen gilt. Kurzum: Momentan dürfte kaum jemand vermuten, dass Microsoft bald in der Bedeutungslosigkeit versinkt (oder, weniger dramatisch ausgedrückt: nicht mehr in einer Liga mit Apple, Alphabet (Google) und Amazon spielt).

Mobile Revolution verschlafen

Vor wenigen Jahren war das ganz anders: Man denke beispielsweise an die Schlussphase der Ballmer-Ära, als Microsoft zum ersten Mal Verluste vermelden musste. Die mobile Revolution war komplett verschlafen worden, das sollte mit teuren Deals wie der Nokia-Übernahme kompensiert werden. Der Marktwert von Google stieg und überholte gemeinsam mit dem jetzigen Spitzenreiter Apple den Marktwert von Microsoft.

Risiken

Allerdings gibt es nach wie vor Risiken, was die weitere Entwicklung von Microsoft betrifft: Beispielswiese ist nicht klar, ob der 26-Milliarden teure Ankauf von LinkedIn sich tatsächlich auszahlen wird. Außerdem hat das aggressive Auftreten mit Windows 10-Abos für Irritationen und Kritik von Datenschützern gesorgt. Insgesamt ist der Ausblick aber jedenfalls besser als in den vergangenen Jahren. (red, 20.7.2016)

  • Microsoft-Chef Nadella kann sich etwas entspannen
    foto: reuters/diefenbach

    Microsoft-Chef Nadella kann sich etwas entspannen

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