Lebenslang für 23-jährigen US-Bürger nach Vierfachmord in Brünn

20. Juli 2016, 10:30
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Motiv für Tötung von Verwandten blieb in Prozess unklar – Mann war vom Tatort nach Wien-Schwechat und weiter in die USA geflohen

Brno (Brünn)/Wien – In Brünn ist am Mittwoch ein 23-jähriger US-Amerikaner wegen vierfachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Kevin D. hatte in der tschechischen Stadt im Mai 2013 seine Tante, einen Onkel und deren beide Söhne getötet. Der aus Kalifornien stammende Mann lebte vorübergehend bei der Familie, während er in Tschechien als Englisch-Lehrer tätig war. Sein Motiv blieb im Prozess unklar.

Richter Michal Zamecnik sagte zu dem Urteil, D. habe im Moment der Tat an keiner psychische Krankheit gelitten, nur an eine Störung der Persönlichkeit. Dies bedeute aber nicht, dass er nicht zurechnungsfähig wäre. Er sei für seine Taten verantwortlich, betonte der Richter unter Berufung auf die Expertengutachten.

Angeklagter nicht geständig

Der Angeklagte stritt die Tat ab. Laut Polizei wurden an seiner Hose aber Blutspuren der Mordopfer gefunden. Außerdem soll er im Lauf einer Taxi-Fahrt vom Tatort nach Österreich folgende SMS an seine Freundin geschickt haben: "Ich habe vier Menschen getötet und bin unterwegs nach Wien."

Nach der Tat hatte der junge Mann das Haus der Familie in Brand gesetzt. Er floh mit einem Taxi nach Wien-Schwechat, von wo er dann mit einer AUA-Maschine in die USA flog. Als die Feuerwehr die Leichen entdeckte, saß der Amerikaner schon im Flugzeug. Die tschechische Polizei alarmierte ihre österreichischen und amerikanischen Kollegen. Die Crew hatte die Anweisung erhalten, jeden Eindruck zu vermeiden, dass der als extrem gefährlich eingeschätzte Passagier als mutmaßlicher Vierfachmörder erkannt worden sei.

Der Amerikaner wurde nach der Landung in Washington sofort verhaftet. Im August 2015 lieferten die US-Behörden den Mann an die tschechische Justiz aus. (APA, 20.7.2016)

  • Der Angeklagte beim Prozessfinale am Mittwoch.
    foto: apa/afp/radek mica

    Der Angeklagte beim Prozessfinale am Mittwoch.

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