3.200 Menschen im Mittelmeer gerettet, eine Leiche an Bord

20. Juli 2016, 08:15
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Zehn Schlepper in Italien festgenommen – Flüchtlinge an österreichisch-bayrischer Grenze aufgegriffen

Rom – 3.200 Flüchtlinge und Migranten sind seit Dienstag im Mittelmeer gerettet worden. 25 Einsätze wurden von der italienischen Küstenwache in Rom koordiniert. Geborgen wurde auch eine Leiche, berichtete die Küstenwache. Menschenhändler würden die guten Wetterbedingungen nutzen, um mehr Flüchtlinge nach Europa zu bringen, hieß es.

Drei italienische Schiffe beteiligten sich an den Einsätzen und brachten über tausend Menschen in Sicherheit. An den Rettungseinsätzen nahmen auch britische und spanische Schiffe teil, die die EU-Mission im Mittelmeer unterstützen.

Bis Montag waren seit Jahresbeginn 79.861 Migranten nach Seefahrten über das Mittelmeer nach Sizilien gelangt. Im Vergleichszeitraum 2015 waren es 83.119. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind seit Anfang dieses Jahres über 3.000 Flüchtlinge bei Seereisen im Mittelmeer ertrunken.

Schlepper in Mailand festgenommen

Weil sie Migranten illegal vom Mailänder Hauptbahnhof nach Nordeuropa gebracht hatten, nahm die Mailänder Polizei indes zehn Ausländer wegen Schlepperei fest. Die Bande hatte. 20 Fahrten organisierte die Bande in einem Monat. Dabei wurden etwa 100 Migranten nach Nordeuropa geführt, was der Bande 70.000 Euro bescherte, berichtete die Polizei am Mittwoch.

Die Festnahmen erfolgten in Monza, Mailand, Brescia und Venedig. Die Polizei beschlagnahmte zwei Fahrzeuge, die den Fahrten in Richtung Norden dienten. Als Lenker wurden Osteuropäer eingesetzt.

Die Mitglieder der Bande standen unter Kontrolle eines Ägypters und hatten Komplizen auf Sizilien. Sie waren mit Schlepperorganisationen in Verbindung, die Flüchtlinge illegal von Nordafrika nach Sizilien brachten. Die italienischen Behörden haben in den vergangenen Wochen die Offensive gegen Schlepperei verschärft.

Sechs geschleppte Flüchtlinge bei Suben entdeckt

Bei der Zollabfertigung eines Lkw in Suben an der Grenze zu Bayern sind am Dienstagabend sechs afghanische Flüchtlinge entdeckt worden. Sie befanden sich in einem aus Slowenien kommenden, von einem Türken gelenkten Sattelschlepper. Das berichtete die Landespolizeidirektion Oberösterreich am Mittwoch.

Während das Fahrzeug am Zollamtsparkplatz stand machten die sechs, die sich auf der Ladefläche befanden, durch Klopfzeichen auf sich aufmerksam. Sie dürften von einem Schlepper an der serbisch-kroatischen Grenze in dem Lkw versteckt worden sein. Die Afghanen stellten einen Antrag auf internationalen Schutz.

In in Oberbayern sind auf einem Rastplatz an der Autobahn 8 acht minderjährige Flüchtlinge aus einem verschlossenen Lkw befreit worden. Wie die deutsche Polizei am Mittwoch mitteilte, hatte der bulgarische Fahrer am Vortag an der Raststätte Samerberg Klopfgeräusche aus seinem Sattelauflieger vernommen. Daraufhin informierte er die Polizei, die den verplombten Auflieger öffnete.

Die jungen Männer hatten keine Ausweispapiere bei sich, gaben aber an, aus Afghanistan zu stammen und in Serbien mit verbundenen Augen in den Lkw gebracht worden zu sein. Während der Schleppung seien sie mit einem Betäubungsmittel besprüht worden. Sie könnten sich daher nicht mehr an Details erinnern.

Der Lkw-Lenker hatte den verplombten Auflieger nach eigenen Angaben übernommen, bevor er von der Türkei aus über Bulgarien, Serbien, Kroatien, Slowenien und Österreich nach Deutschland fuhr. Da die Angaben für die Ermittler nachvollziehbar waren, durfte der Bulgare weiterfahren. Die Flüchtlinge wurden als Minderjährige in die Obhut des Jugendamtes gegeben. (APA, 20.7.2016)

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