SAP verdiente im zweiten Quartal besser

20. Juli 2016, 08:02
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Betriebsergebnis steigt auf 1,5 Milliarden Euro – McDermott: Brexit-Abstimmung wirkt langfristig positiv: Neue Software für neue Regeln

Der deutsche Softwarekonzern SAP hat im zweiten Quartal bei anhaltend hohem Wachstum seines Cloud-Geschäfts operativ deutlich mehr verdient. Das bereinigte Betriebsergebnis sei gegenüber dem Vorjahresquartal währungsbereinigt um elf Prozent auf gut 1,5 Mrd. Euro gestiegen, teilte der Dax-Konzern am Mittwoch mit.

Der Marktführer für Firmensoftware zur Unternehmenssteuerung erwirtschaftete von April bis Juni einen Umsatz von 5,24 Mrd. Euro, um Währungs- und Sondereffekte bereinigt ein Zuwachs von neun Prozent. SAP schnitt damit beim operativen Gewinn etwas besser ab als von Analysten erwartet. Diese hatten in der Reuters-Umfrage im Schnitt mit 1,45 Mrd. Euro gerechnet. Im vorbörslichen Handel legte die SAP-Aktie 4,5 Prozent zu.

Nach Steuern verdiente SAP 813 Mio. Euro – nach 469 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Im Vorjahr hatte ein Abfindungsprogramm auf den Gewinn gedrückt.

Kein Abschwung durch Brexit

"SAP war nie in einer besseren Position", sagte Vorstandschef Bill McDermott. Einige Analysten hatten befürchtet, dass das Votum der Briten für den Austritt aus der Europäischen Union SAP das Geschäft in der wichtigen letzten Woche des Quartals vermasselt haben könnte, da Unternehmen aus Unsicherheit über die Lage womöglich Aufträge zurückhielten. Doch von einem dämpfenden Brexit-Effekt sei nichts zu spüren gewesen, erklärte McDermott. "Viele erwarten einen Abschwung durch den Brexit für viele Unternehmen und auch für uns wegen unseres Standortes in Europa – aber das Gegenteil wird der Fall sein." Das Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union werde mit neuen regulatorischen Anforderungen und Geschäftsmodellen einhergehen, was die Nachfrage nach Software ankurbeln dürfte, sagte er.

Cloud-Geschäft als Hoffnungsträger

Der Dax-Konzern setzt weiter auf ein starkes Wachstum des als zukunftsträchtig geltenden Cloud-Geschäfts. Dabei wird Software über das Internet abonniert statt eine Lizenz mit höherer Einmalzahlung zu kaufen. Cloud-Software ist deshalb zunächst weniger profitabel als das traditionelle Lizenzgeschäft. Im zweiten Quartal lag der Erlös der Wachstumssparte mit 721 Mio. Euro währungsbereinigt um ein Drittel über dem Vorjahresstand. Zugleich verkaufte SAP dank seines neuen Hauptprodukts S/4Hana zehn Prozent mehr Lizenzen. Das Kerngeschäft litt damit nicht mehr unter dem Wechsel von Kunden in die Cloud.

Die Walldorfer haben mit dem stärkeren Plus im zweiten Vierteljahr das schwache Auftaktquartal ausgebügelt. "Wir sind zum Ende des ersten Halbjahres genau da, wo wir sein wollten", sagte McDermott. SAP bekräftigte daher "zuversichtlich" die Prognose für das Gesamtjahr. Die Cloud-Sparte soll auf rund drei von 2,3 Mrd. Euro Umsatz wachsen. Zusammen mit der traditionellen Software will SAP den Umsatz von 17,2 Mrd. Euro im vergangenen Jahr um sechs bis acht Prozent steigern. Das bereinigte operative Ergebnis soll auf 6,4 bis 6,7 Mrd. Euro von 6,35 Milliarden Euro klettern. (APA, 20.7.2016)

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