Tausende protestieren gegen Jobabbau bei Siemens

20. Juli 2016, 07:12
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Konzernchef Kaeser will 2000 Arbeitsplätze in Deutschland abbauen

München – Mehrere tausend Siemens -Beschäftigte haben am Mittwoch gegen den geplanten Stellenabbau von Konzernchef Joe Kaeser protestiert. An den fränkischen Standorten Nürnberg und Bad Neustadt sowie im niederbayerischen Ruhstorf veranschlagte die IG Metall die Zahl der Teilnehmer an dem gemeinsamen Aktionstag auf rund 5000 Menschen. In Ruhstorf wandte sich Siemens-Betriebsratschefin Birgit Steinborn vor den Mitarbeitern gegen den Wegfall von 2500 Stellen im Automatisierungsgeschäft, in Nürnberg sprachen sich neben dem bayerischen IG-Metall-Chef Jürgen Wechsler auch Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) gegen die Kürzungen aus.

"Wir weisen nachdrücklich auf eine gefährliche Fehlentwicklung hin", mahnte Wechsler in Nürnberg, "nämlich dass der Siemens-Vorstand im Zuge von Verlagerungen von industrieller Wertschöpfung ins Ausland eine zunehmende Verflachung der Fertigungstiefe an den Heimat-Standorten in Deutschland vorantreibt. Die Konsequenzen sind für die Beschäftigung und die industrielle Struktur von Siemens in Deutschland verheerend." Sei erst die Produktion verschwunden folgten bald Vertrieb und schließlich die Entwicklung. "Das Ringen um den Erhalt der industriellen Substanz und ganz speziell der qualifizierten Produktionsarbeitsplätze bei Siemens in Bayern und in Deutschland hat Signalwirkung. Sowohl für Siemens selber, als auch für große Teile der deutschen Metall- und Elektroindustrie."

Im März hatte Siemens angekündigt wegen schleppender Geschäfte mit der Ölförder- und Bergbauindustrie weltweit 2500 Stellen abzubauen oder zu verlagern, davon 2000 in Deutschland, die meisten in Bayern. Der Konzern ist für seine wiederholten Sparrunden, denen regelmäßig tausende Arbeitsplätze zum Opfer fallen, unter Belegschaftsvertretern berüchtigt. Die Kosten für den aktuellen Abbau veranschlagte Kaeser zuletzt auf 200 bis 300 Millionen Euro. (Reuters, 20.7.2016)

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