EU-Kommission genehmigt deutsche Pläne für schnelleres Internet

19. Juli 2016, 17:42
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Kupfernetz soll mit Vectoring aufgewertet werden – Auflage: Marktzugang für Wettbewerber muss verbessert werden

Die EU-Kommission hat die Pläne der Deutschen Telekom für den Ausbau eines schnelleren Internetgenehmigt. Zugleich werde die Bundesnetzagentur aber aufgerufen, die Voraussetzungen für den Marktzugang von Wettbewerbern weiter zu verbessern, teilte die Brüsseler Behörde mit. Die deutschen Behörden sollten deshalb bis zum Herbst detaillierte Pläne vorlegen, die sorgfältig geprüft würden.

Deutsche Telekom setzt auf Vectoring

Die EU-Behörde hatte im Mai angekündigt, den Vorschlag der Bundesnetzagentur genauer zu prüfen, der Telekom den Ausbau der sogenannten Vectoring-Technologie mit Hilfe des alten Kupfertelefonnetzes des Bonner Konzerns zu erlauben.

Beim Vectoring können in herkömmlichen Kupferkabel-Leitungen Download-Geschwindigkeiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde erreicht werden. Die Telekom-Wettbewerber kritisierten, dass damit in den betroffenen Bereichen die wirtschaftliche Grundlage für einen Ausbau deutlich schnellerer Glasfaserleitungen wegfalle.

Strengere Auflagen

Zudem ist es technisch aktuell so, dass nur ein Anbieter Vectoring in einem Nahbereich ausbauen kann. Konkurrenten kritisierten, dass nach den ursprünglichen Auswahl-Kriterien die Telekom bessere Chancen hätte, den Zuschlag zu bekommen. Auch die Kommission schätzte, dass an sie 90 Prozent der Nahbereiche gehen könnten. Nach den im Mai eingeforderten Änderungen könnten die Wettbewerber in 30 Prozent mehr Nahbereichen zum Zuge kommen, zeigt sich die Brüsseler Behörde überzeugt. Jetzt will sie unter anderem die Konditionen im Auge behalten, zu denen andere Anbieter in die Vectoring-Netze dürfen.

Der Kommission zufolge bekommen durch Vectoring 1,4 Millionen Haushalte in Deutschland zum ersten Mal Zugang zu Internet-Anschlüssen mit Geschwindigkeiten von mehr als 50 Megabit pro Sekunde. (APA, 19.07.2016)

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