Vorerst kein Olympia-Ausschluss Russlands

19. Juli 2016, 17:16
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Entscheidung erst nach Spruch des Internationalen Sportgerichtshofs zu Einspruch von 68 gesperrten Athleten

Rio de Janeiro – Das Internationale Olympische Komitee (IOC) spricht nach den Feststellungen des McLaren-Reports am Montag vorerst keinen Olympia-Ausschluss gegen Russland aus. Das gab das IOC im Anschluss an eine Telefonkonferenz der 15-köpfigen Exekutive unter Leitung des Präsidenten Thomas Bach bekannt.

Das IOC will zunächst die Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofes CAS bezüglich des Einspruches von 68 russischen Leichtathleten abwarten, die vom Leichtathletik-Weltverband IAAF nicht für die Spiele in Rio de Janeiro zugelassen worden waren. Die Entscheidung des CAS soll spätestens am Donnerstag fallen. Zudem setzte das IOC eine fünfköpfige Disziplinar-Kommission ein, die sich mit den russischen Verfehlungen befasst.

Vorläufige Maßnahmen

Immerhin beschloss das IOC andere, vorläufige Maßnahmen gegen Russland. So dürften weder Offizielle des russischen Sportministeriums noch andere im von der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) in Auftrag gegebenen McLaren-Reports erwähnten Personen zu den Olympischen Spielen nach Rio reisen. Zudem werde das IOC keine Sportveranstaltungen in Russland organisieren. Dies schließe auch die Europa-Spiele 2019 ein. Übderdies wird es Nachtests aller russischer Dopingproben der Winterspiele in Sotschi geben.

Die IOC-Exekutive erörterte am Dienstag einen Komplett-Ausschluss Russlands für die Sommerspiele (5. bis 21. August) als Konsequenz der Ergebnisse der von der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) in Auftrag gegebenen McLaren-Reports, der am Montag bestätigt hatte, dass es in Russland "mindestens von Ende 2011 bis August 2015" ein staatlich organisiertes und überwachtes Doping-System gegeben habe.

Die Wada hatte dem IOC und dem paralympischen Komitee (IPC) daraufhin empfohlen, einen Ausschluss aller russischen Sportler von Olympia und den Paralympics zu prüfen.

Keine Konsequenzen für Mutko

Ebenfalls am Dienstag wurde bekannt, dass der russische Sportminister Witali Mutko auch nach den konkretisierten Vorwürfen über Staatsdoping im Amt bleibt. Präsident Wladimir Putin sehe keinen Grund zur Entlassung des Ressortchefs, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Damit wurde bisher nur Mutkos Stellvertreter Juri Nagornich vorerst suspendiert. Mutko wird im Wada-Bericht als Mitwisser bezeichnet.

Sollte die Wada konkrete Beweise dafür vorlegen, dass der russische Inlandsgeheimdienst FSB in einen Dopingskandal bei Olympia 2014 in Sotschi verwickelt sei, könnte Putin dies prüfen lassen, so Peskow weiter. Dazu seien aber mehr Informationen nötig. (sid, APA, red, 19.7. 2016)

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Der McLaren-Report zum Download

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    foto: apa/afp/ isakovic

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