Froome bei Tour bereits 13-mal getestet

19. Juli 2016, 15:54
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Mann in Gelb wiederholt von Dopingkontrolloren in Anspruch genommen – Optimismus vor Alpen-Etappen: "Ordne diesem Rennen alles unter"

Hilterfingen – Chris Froome hat bei der 103. Tour de France bereits mehr als ein Dutzend Dopingproben abgegeben. Der Mann im Gelben Trikot sei schon 13-mal abseits der Rennen kontrolliert worden, sagte Sky-Teamchef David Brailsford am zweiten Ruhetag. Hinzu kämen obligatorische Tests nach den Etappen.

So sei Froome nach jedem Tagesabschnitt im Gelben Trikot noch im Zielbereich kontrolliert worden. Tests in den Nachtstunden habe es allerdings keine gegeben. Das Kontrollsystem, da waren sich Froome und Brailsford einig, funktioniert.

Im Gegensatz zu vergangenen Jahren sieht sich Froome trotz seiner Dominanz kaum öffentlichen Dopinganschuldigungen ausgesetzt. Brailsford sieht den Grund dafür vor allem in im Vorjahr veröffentlichten Leistungsdaten des 31-Jährigen.

Diese analysierten etwa die maximale Sauerstoffaufnahme Froomes, die angibt, wie viele Milliliter Sauerstoff der Körper im Belastungszustand maximal pro Minute verwerten kann. "Froomes Werte sind dicht an dem, was wir für das Maximum bei Menschen halten", sagte Phillip Bell, ein leitender Sportwissenschaftler des Testzentrums in London damals. Einen Hinweis für Doping fand er nicht.

Schmähungen stören nicht

Froome sieht die geringer gewordenen Zweifel auch als Anerkennung seiner Einstellung. "Ich bin noch immer hungrig und habe den Willen, zu gewinnen. Ich ordne diesem Rennen alles unter", sagte er am Dienstag. Dass er auf den Bergetappen vereinzelt ausgebuht wurde, störte ihn nicht. "Man muss nur zum Fußball schauen, auch dort werden Spieler ausgepfiffen. So ist der Sport", sagte er.

Den schwierigen Alpenetappen blickt Froome optimistisch entgegen. "Wir sind bereit für die Herausforderung und freuen uns auf den letzten Block. Mein Ziel war es, in der dritten Woche mein Leistungsmaximum zu erreichen. Ich denke, ich bin auf einem guten Weg." Am Mittwoch steht die erste schwierige Alpenetappe an. Über 184,5 führt der Kurs von Bern zur Bergankunft in Finhaut-Emosson. Froome führt das Gesamtklassement mit 1:47 Minuten vor dem Niederländer Bauke Mollema (Trek-Segadredo) an.

Auch in den kommenden Tagen wird Froome wohl der Widerstand der Fans treffen. Womöglich fällt dieser sogar größer aus als der seiner Gegner auf dem Rad. Allerdings: "Ich rechne damit, dass sie den Druck erhöhen", sagte der zweimalige Tour-Champion bezüglich der Rivalen. Eigene Angriffe plant Froome vorerst nicht. "Wenn ich attackiere, muss ich dafür einen guten Grund haben", sagte er. (sid, 19.7. 2016)

  • Ein Prachtexemplar von Ruhetag: Chris Froome und das Postkarten-Panorama des Thunersees.
    foto: reuters/pelessier

    Ein Prachtexemplar von Ruhetag: Chris Froome und das Postkarten-Panorama des Thunersees.

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