Beide Melzer-Brüder im Kitzbühel-Achtelfinale

20. Juli 2016, 11:15
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Gerald schlägt Albert Montanes, sein Bruder Jürgen den Japaner Taro Daniel. Dennis Novak hingegen ohne Chance

Kitzbühel – Gerald und Jürgen Melzer stehen im Achtelfinale des Generali Open in Kitzbühel. Der jüngere Bruder Gerald bezwang am Dienstag den Spanier Albert Montanes nach hartem Kampf in 2:14 Stunden mit 5:7, 7:5, 6:4 und überstand im dritten Versuch erstmals die erste Runde. Er trifft nun am Mittwoch im Achtelfinale mit Daniel Gimeno-Traver neuerlich auf einen Spanier.

Jürgen zog später nach. Der 35-Jährige setzte sich gegen den Japaner Taro Daniel in 100 Minuten mit 6:4, 7:6 (4) durch. Melzer, der sein erstes Match auf der ATP-Tour seit 319 Tagen gespielt hat, trifft damit am Mittwoch (nicht vor 17.30 Uhr) auf Dominic Thiem.

Furioser Start

Jürgen Melzer startete furios und voller Selbstvertrauen nach seinem gelungenen Comeback beim Davis-Cup in Kiew. Mit Breaks zum 1:0 und 3:0 ging er rasch 4:0 in Führung, danach geriet allerdings Sand ins Getriebe. "Ich habe sehr gut angefangen, aber dann bin ich müde geworden."

Melzer musste den 4:4-Gleichstand hinnehmen, ehe er zum 5:4 ein Break schaffte und nach 44 Minuten Satz eins in der Tasche hatte. "Anfang zweiter Satz war ich leer." Dementsprechend geriet er mit 0:3 in Rückstand. Mit etwas mehr Risiko gelang ihm aber das Rebreak zum 2:3. Melzer rettete sich ins Tiebreak und konnte einen dritten Satz verhindern.

"Es war für mich sehr wichtig zu sehen, ich bin noch dabei", stellte Melzer fest und freute sich auf das Match gegen den Weltranglisten-Neunten Thiem. "Wenn er mich nicht komplett abzieht, wird es ein Genuss. Klar freue ich mich drauf und werde versuchen, ihn zu ärgern. Aber man muss realistisch sein: er steht erste zehn, und war heuer der zweitbeste Sandplatzspieler nach dem Novak (Djokovic)."

Die Wende

Das Match zwischen Gerald Melzer und Montanes verlief auf dem Center Court sehr ausgeglichen. Ausgerechnet zum 7:5 gelang Montanes das erste Break des Spiels. Im zweiten Durchgang nützte Melzer, der als Nummer 107 im ATP-Ranking vor dem überfälligen erstmaligen Sprung in die Top 100 steht, bei 5:5 erst den achten Ball zu seinem ersten Break. Melzer servierte danach zum Satzgleichstand aus und schaffte gleich zu Beginn des dritten Sets erneut ein Break.

"Das war die Wende", erkannte auch Melzer im Rückblick. "Dieses Break hat ihn hart getroffen. Den Schwung habe ich am Anfang des dritten mitgenommen." Melzer servierte in der Folge sicher weiter und schaffte den Aufstieg.

Gleich nach dem Matchball ließ Melzer aber erkennen, dass er unter Krämpfen litt. "Ich habe schon bei 5:5 im zweiten Satz angefangen zum Krampfen. Dann eigentlich im ganzen dritten Satz jedes Mal nach dem Servieren. Ich bin es gewohnt, dass mir das passiert – was soll man machen?"

Novak kassiert

Für Dennis Novak war hingegen gleich Endstation. Dem 22-Jährigen gelang die Umstellung vom Hartplatz beim Davis-Cup auf den Kitzbüheler Sand gar nicht, nach nur 58 Minuten verlor er gegen den Spanier Roberto Carballes Baena 0:6, 2:6.

So richtig erklären konnte es sich Novak selbst nicht: War es die späte Anreise nach Kitzbühel, die Umstellung von Hartplatz auf Sand oder der Davis-Cup-Einsatz am Sonntag im entscheidenden Schluss-Einzel? Jedenfalls war der 22-Jährige gegen Carballes Baena ein Schatten seiner selbst.

"Sehr, sehr, sehr schlecht"

"Ich weiß jetzt nicht, ob es an der gestrigen Anreise liegt oder an den Matches am Wochenende. Aber es war heute keine Glanzleistung, das hat man gesehen", sagte Novak. "Es war einfach sehr, sehr schlecht, egal, ob Aufschlag, Vorhand, Rückhand – da waren zu viele Fehler. Es tut mir leid für die Zuschauer, dass sie so eine Leistung von mir gesehen haben." Zumal Novak, der zum ersten Mal in diesem Jahr im Hauptbewerb eines ATP-Tour-Events gespielt hatte, im Vorjahr hier immerhin das Achtelfinale erreicht hatte.

Mentale Spätfolgen des schwierigen Sonntag-Spiels, als er bei 2:2 in die Entscheidungspartie hatte gehen müssen, schloss Novak aus. "Nein. Wir haben viel nach dem Davis-Cup darüber geredet, am Mentalen vom Davis-Cup ist das nicht gelegen." (red, APA, 19.7.2016)

  • Jürgen Melzer ist wieder da.
    foto: apa/barbara gindl

    Jürgen Melzer ist wieder da.

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