Suche nach genetischem Jungbrunnen in DNA-Bank von langlebigen Sarden

24. Juli 2016, 08:00
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Britische Gesellschaft kauft Datenbank – Ziel ist Entwicklung neuer Medikamente

London/Cagliari – Warum bringen manche Regionen mehr langlebige Menschen hervor als andere. Neben der Ernährung dürfte wohl auch die Erbsubstanz eine entscheidende Rolle spielen. Um dem genetischen Geheimnis eines langen Lebens auf die Spur zu kommen, hat die Biotechnologien spezialisierte britische Gesellschaft "Tiziana Life Sciences" die italienische DNA-Datenbank Shardna erworben. Sie enthält DNA-Proben von 13.000 Bewohnern der Region Ogliastra auf Sardinien. Die Gegend ist wegen ihrer hohen Zahl von Hundertjährigen für Wissenschafter besonders interessant.

In der Ogliastra-Region erreicht ein Mensch pro 2.000 Personen das Alter von 100 Jahren. Das sind fünf Mal mehr als in den industrialisierten Ländern. 258.000 Euro hat die britische Gesellschaft in die Datenbank investiert. Die genetischen Informationen sollen der Entwicklung neuer Medikamente dienen, berichtete die italienische Tageszeitung "La Stampa" am Dienstag.

Suche nach Genmutationen

"Wir denken nicht, dass wir mit diesen Daten ein Langlebigkeitselixier entwerfen werden. Aber wir können genetischen Mutationen nachgehen", sagte Tiziano Lazzaretti, Chef der britische Gesellschaft. Genetiker wollen unter anderem rekonstruieren, wie bestimmte Konstitutionsmerkmale vererbt werden.

In einer früheren Studie hatten die Forscher belegt, dass die Bewohner von Ogliastra in besserer physischer Verfassung sind als die Einwohner der Lombardei. Ihr Team ging unter anderem der Frage nach, ob Depressionen bei älteren Menschen von Faktoren wie Geschlecht, Familienstand, Alter, Lebensstil, geistiger Fitness und Umfeld beeinflusst werden. Auf Sardinien, ganz besonders in ländlichen Gebieten, werde das Altern positiver empfunden als anderswo, ergab die Studie. (APA, red, 24.7.2016)

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