Wie die Flugreise mit dem Kleinkind klappt

21. Juli 2016, 07:00
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Weinende Babys im Flugzeug stressen Eltern und Mitreisende. Meist gibt es Probleme mit dem Druckausgleich

Die erste Urlaubsreise mit dem Baby kann ein unvergessliches Erlebnis werden – im positiven oder im negativen Sinn. Die erste Hürde ist oft schon die Anreise. Vor allem dann, wenn sie mit dem Flugzeug erfolgt, wo ein schreiendes Baby nicht nur die Eltern, sondern auch die Mitreisenden stresst. Kinderärzte haben zur Urlaubszeit daher Hochsaison: "Ich werde von Eltern derzeit häufig nach Tipps für Flugreisen mit Kindern gefragt", sagt Karin Großauer, Grazer Fachärztin für Kinder- und Jugendheilkunde.

Nasentropfen und Kochsalzlösung

Bei Flugreisen haben Kleinkinder meist vor allem bei Start und Landung Schwierigkeiten mit dem Druckausgleich und weinen daher. "Bei Erwachsenen hilft in solchen Situationen Schlucken oder Gähnen. Den Kindern muss man ein wenig helfen", sagt Großauer. Sie empfiehlt daher, abschwellende Nasentropfen und Kochsalzlösung in Form von Tropfen ins Handgepäck zu geben. Letztere sollte den Kindern spätestens eine Viertelstunde vor Abflug eingetropft werden.

Außerdem sollte das Kind – beispielsweise durch das Bereitstellen einer Trinkflasche – bei Start und Landung zum Trinken ermuntert werden. Viele Frauen stillen ihre Kinder daher bei Start und Landung: Denn durch Schlucken funktioniert der Druckausgleich besser.

Spielsachen und Snacks

Auch ein vom Kinderarzt verschriebenes Schmerzmittel, das gegen Fieber hilft – etwa in Zäpfchenform – gehört laut Großauer ins Handgepäck der Eltern: "Denn oft dauert es sehr lange, bis man nach der Landung den Koffer wieder zurückbekommt."

Wichtig ist, für diverse Zwischenfälle gerüstet zu sein – etwa, indem Spielsachen oder Snacks für die Kinder eingepackt werden, mit denen sie abgelenkt werden: "So ist man nicht so stark von der Fluggesellschaft abhängig."

Mit Kinderarzt abklären

Grundsätzlich sei Fliegen für gesunde Babys ungefährlich, meint die Kinderärztin. Nachsatz: "Das allerwichtigste ist, dass sich die Eltern selbst überlegen, ob sie sich das antun wollen." Oft seien am Ende nämlich die Eltern gestresster als die Kinder.

Kritisch ist eine Flugreise für ein Kleinkind dann, wenn es sehr verkühlt ist. "Dann sollte man das vorher mit dem Kinderarzt abklären", rät Großauer. Denn gerade bei kleinen Kindern ist die Eustachische Röhre – die Verbindung zwischen dem Nasen-Rachen-Raum und dem Mittelohr – noch sehr klein.

"Je mehr diese Röhre aufgrund von Schnupfen oder einer Entzündung geschwollen ist, umso schlechter wird das Mittelohr belüftet", sagt die Kinderärztin. Und eine Mittelohrentzündung kann "höllische Schmerzen" für das Kind bedeuten– und wohl einen verpatzten Urlaubsstart für die ganze Familie. "Wenn die Probleme erst beim Heimflug auftreten, dann großzügig mit abschwellenden Nasentropfen arbeiten."

Schmerzmittel mitnehmen

Ganz allgemein empfiehlt Großauer, Schmerzmedikamente für Kinder in die Reiseapotheke zu packen: "Die Medikamente, die man von zuhause kennt, gibt es zwar wohl am Urlaubsort. Aber oft in anderen Dosierungen." Sie empfiehlt auch, Medikamente gegen Durchfall und Verstopfungen mitzunehmen.

Eine gute Planung sei überhaupt das Um und Auf bei Urlaubsreisen mit Kindern: "Je besser man plant, umso entspannter wird die Reise verlaufen." (zof, 21.7.2016)

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