Sexistische Werbung: Grüne wollen gesetzliche Maßnahmen gegen "unverbesserliche Unternehmen"

19. Juli 2016, 14:18
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Nach bet-at-home.com-Kampagne: Grüne Frauensprecherin Berivan Aslan fordert Klagbarkeit und "empflindliche" Geldstrafen – Antrag im Parlament im Herbst geplant

Wien – Die bet-at-home.com-Kampagne zur Euro 2016 sorgte wie berichtet für zahlreiche Beschwerden beim Österreichischen Werberat. Für die Plakate und Online-Sujets sprach der Werberat einen sofortigen Stopp aus.

"Die Erfahrungen mit der sexistischen Werbung eines Wettanbieters während der Fußball-EM haben die Grenzen der Selbstkontrolle durch den Werberat wieder einmal aufgezeigt", sagt dazu jetzt die Grüne Frauensprecherin Berivan Aslan. "Wenn selbst die Aufforderung zum Stopp einer Kampagne ignoriert wird, helfen nur gesetzliche Maßnahmen", sagt Aslan.

Die Abmahnung von vom Werberat beanstandeten Sujets führe meistens dazu, dass Unternehmen die Kampagnen stoppen. Aslan: "Gleichzeitig gibt es immer noch Fälle, bei denen Unternehmen trotz Abmahnung uneinsichtig sind – wie jüngst der Wettanbieter bet-at-home."

Klagbarkeit und Geldstrafen gefordert

Aslan: "Wochenlang wurden wir in Österreich mit diesem sexistischen Sujet belästigt, überlebensgroß an jeder dritten Hauswand. Gegen solche Verstöße brauchen wir eine bessere gesetzliche Handhabe". Sexistische und frauenfeindliche Werbung dürfe keine Chance haben, das müsse auch im Gleichbehandlungsgesetz verankert werden.

"Sinnvoll wäre auch die Klagbarkeit von sexistischer Werbung, die sexualisierte Körper ohne Produktbezug darstellt. Gleichzeitig braucht es für die verurteilten Unternehmen empfindliche Geldstrafen, um sie zum Umdenken zu bewegen", sagt Aslan. Sie will einen entsprechenden Antrag im Herbst im Parlament einbringen. (red, 19.7.2016)

Nachlese

Sexistisch: Beschwerden wegen bet-at-home.com-Werbung – Werberat fordert Wettanbieter zum sofortigen Stopp der Kampagne auf – Print- Plakat- und Onlinesujets betroffen – TV-Spot wird gesondert geprüft

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