"Das Supperclub Kochbuch": Geheimes Essen

24. Juli 2016, 11:41
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Supperclubs werden auch hierzulande immer beliebter. Was man in Privatwohnungen für fremde Menschen so kocht, steht im neuen "Supperclub Kochbuch"

Der gelernte deutsche Koch Sebastian Hoffmann bricht im Vorwort eine Lanze für Supperclubs. Damit meint er aber nicht etwa jene Art von Club, in dem zu akrobatischen Einlagen von Varieté-Künstlern Speisen im Liegen eingenommen werden. (Solch ein Club musste in Wien nach kurzer Zeit wieder schließen). Er meint Supperclubs im ursprünglichen Sinn. Dabei treffen sich wildfremde Menschen in wildfremden Wohnungen und essen gemeinsam ein mehrgängiges Menü.

Ganz nach dem Motto "Durchs Reden kommen die Leut zam", soll man so neue Menschen kennenlernen und sich lukullisch verwöhnen lassen. Der Club von Hoffmann, der "Supperclub Gourmandpunk", geht mittlerweile so gut, dass man mit langen Wartezeiten rechnen muss. Aber auch die Clubs seiner Kollegen sind gefragt. Während das Essen in Supperclubs früher etwas streng Geheimes war, holt man die Veranstalter solcher Ess-Events jetzt aus ihren Privatwohnungen hervor.

Supperclub im Portrait

Zehn Supperclub-Betreiber stellen sich in diesem Buch vor und präsentieren ihre ganz persönlichen Lieblingsrezepte. Der Karohemd-Hipster serviert Vegetarisches, wie Kürbis mit Linsencurry, das Studentenquartett experimentiert mit Schwein und Pulpo. Bei allen Rezepten geht es aber stets um das Gleiche: Gemeinsames Kochen und Essen. Praktisch: Auf den letzten Seiten gibt es ein Verzeichnis mit weiteren Supperclubs.

Das Buch macht nicht nur Lust zum Nachkochen, sondern animiert vielleicht den ein oder anderen, selbst einen Supperclub zu veranstalten. Die Auswahl an österreichischen Clubs (drei!) könnte durchaus erweitert werden. (Alex Stranig, 24.7.2016)

Nachfolgend ein Rezept aus dem Buch:

foto: emf

Pilz-Nuss-Braten mit Knödeln
#Wildpilze #Petersilie #Kapern

Zutaten für4 Personen

Für die Minzemöhren
400 g Möhren
4 EL Olivenöl
4 Stängel Minze
Fleur de Sel

Für den Braten
50 g getrocknete Steinpilze
6 Schalotten
3 Knoblauchzehen
4 Zweige Thymian
500 g Wildpilze
1 EL Wacholderbeeren
2 EL Olivenöl
1 getrocknete Chilischote
5 Scheiben Brot
je 100 g gehackte Mandeln,
Haselnuss-,
und Walnusskerne
4 EL Dinkelgrieß
Butter für die Form
etwas Olivenöl zum Beträufeln

Für die Knödel
1 kleine Zwiebel
1 Baguette vom Vortag
2 Stängel Petersilie
2 Salbeiblätter
1 EL Butter
160 ml warme Milch
4 Eier
Salz und Pfeffer
frisch geriebene Muskatnuss
Currypulver nach Geschmack
etwas Butter zum Braten

Für die Kapernsauce
3 EL Butter
2 EL Mehl
400 ml Gemüsefond
100 ml Weißwein
200 ml Sahne
Saft von 1 Limette
80 g Kapern
200 g Kapernbeeren
frisch geriebene Muskatnuss
Salz und Pfeffer

Ofen auf 180 °C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Möhrenputzen, schälen, längs halbieren und auf das Blech legen, mit Öl bepinsel nund im Ofen (obere Hälfte) 30–45 Minuten garen. Inzwischen die Minze waschen, trocken schütteln und fein hacken.

Steinpilze einweichen. Schalotten und Knoblauch schälen. Schalotten in Ringe und Knoblauch in Scheiben schneiden. Thymian waschen, trocken schütteln und die Blättchen abzupfen. Wildpilze putzen, abbürsten und hacken. Wacholderbeeren zerdrücken. Öl in einer Pfanne erhitzen, Schalotten und Knoblauch darin glasig dünsten. Thymian und Chili dazugeben und etwa 10 Minuten schmoren lassen. Steinpilze ausdrücken und zusammen mit den Wildpilzen in die Pfanne geben. Bei mittlerer Hitze mitschmoren, bis die Flüssigkeit verkocht ist.

Brot im Mixer zu Bröseln verarbeiten. Brösel und die Hälfte der Pilze mischen und pürieren. Etwa 2 Esslöffel Nüsse abnehmen. Den Rest mit Wacholderbeeren, Dinkelgrieß und übrigen Pilzen mit dem Püree verrühren.Eine Kastenform von 24 cm Länge einfetten. Die Masse in die Form füllen,mit den übrigen Nüssen bestreuen und mit etwas Öl beträufeln. Im Ofen (untere Hälfte) bei 180 °C 35–40 Minuten backen.

Für die Knödel die Zwiebel schälen und fein hacken. Baguette etwa2 cm groß würfeln. Petersilie und Salbei waschen und fein hacken. Butter zerlassen, die Zwiebel darin glasig dünsten. Baguette, Zwiebel und Milch in einer Schüssel vermengen. Eier, Petersilie und Salbei unterrühren. Mit Salz,Pfeffer, Muskat und Curry würzen. Etwa 15 Minuten ruhen lassen.

Inzwischen Wasser in einem großen Topf aufkochen. Ein Stück Alufolievon etwa 30 cm Länge vorbereiten, auf das untere Drittel die Knödelmassegeben, dabei an den Seiten einen Rand von etwa 5 cm frei lassen. Die Massezu einer Rolle von etwa 5 cm Durchmesser formen. Die Folie von unten heraufrollen und die Seiten fest verschließen. Im heißen Wasser bei mittlererHitze etwa 15 Minuten ziehen lassen. Vorsichtig herausnehmen. Die Folieentfernen und die feste Knödelmasse in etwa 1 cm dicke Scheiben schneiden.Butter in einer Pfanne erhitzen, die Scheiben darin von beiden Seitengoldbraun braten. Nach Geschmack mit Currypulver abschmecken.

Für die Sauce die Butter zerlassen, das Mehl darin goldgelb anschwitzen.Fond und Wein unter Rühren dazugießen und köcheln lassen, bis die

Sauce dicklich wird. Sahne, Limettensaft, Kapern und Kapernwasser unterrühren.Mit 1 Prise Muskat, Salz und Pfeffer abschmecken.

Den Braten in Scheiben schneiden. Die Sauce auf Teller verteilen, 1 Scheibe Braten, ein paar Knödelscheiben und Möhren daraufgeben. Möhren mit Minze und Fleur de Sel bestreuen. Mit Kapernbeeren garniert servieren.

  • Das Supperclub KochbuchGeheime Küchen, Underground-Dinner & mehrEdition Michael Fischer176 Seiten, 25,70 EuroISBN 978-3-86355-483-5
    foto: emf

    Das Supperclub Kochbuch
    Geheime Küchen,
    Underground-Dinner & mehr

    Edition Michael Fischer

    176 Seiten, 25,70 Euro
    ISBN 978-3-86355-483-5

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