Pink Pistols: Massiver Zulauf bei US-Schützenverein für Homosexuelle

Ansichtssache19. Juli 2016, 15:29
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Nach dem Massenmord von Orlando vervielfachte sich die Mitgliederzahl

"Schwul, nicht verweichlicht" und "Schikaniere jemanden deines eigenen Kalibers" sind Slogans des US-amerikanischen Vereins Pink Pistols. Ihm gehören Personen an, die sich sowohl für Homosexuellenrechte als auch für liberale Waffenrechte einsetzen. "Wir lehren Schwule und Lesben zu schießen, und dann lehren wir die Welt, dass wir es getan haben", schreibt First Speaker Gwendolyn Patton im "Pink Pistols Utility Manual".

Der Verein wurde im Jahr 2000 nach einem Artikel auf salon.com gegründet, bis vergangenen Juni wuchs die Zahl der Mitglieder langsam aber stetig auf 1.500. Einen Monat später sind in den mittlerweile 46 Regionalverbänden mehr als 8.000 Menschen aktiv.

Der Wunsch nach Befriedung durch Aufrüstung

Der Grund für den starken Zulauf liegt im folgenschwersten Massenmord eines Einzeltäters in der Geschichte der Vereinigten Staaten, der gleichzeitig als der terroristische Angriff mit den meisten Todesopfern seit 9/11 in den USA bezeichnet wird. 49 Menschen starben am 12. Juni, als ein 29-Jähriger Securitymitarbeiter, der IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdhadi die Treue schwor, im Nachtclub Pulse in Orlando, Florida, mit einer Sig Sauer MCX und einer Glock 17 das Feuer auf die Gäste eröffnete.

Das Logo des österreichischen Pistolenherstellers Glock prangt auch auf dem T-Shirt eines Pink-Pistols-Mitglieds auf einem Schießplatz in Salt Lake City, Utah, den Reuters-Fotograf Jim Urquhart vergangene Woche besuchte. "Ich glaube, [Orlando] war ein riesiger Augenöffner", sagte ihm Matt Schlentz, der Obmann der Gruppe, bei einem der monatlichen Treffen auf einem örtlichen Schießplatz.

Schlentz hofft, dass durch stärkere private Aufrüstung in den USA künftig weniger Menschen durch Schusswaffen sterben. "Mit einer Gemeinschaft von LGBT-Leuten, die sich bewaffnen, wird man es sich zweimal überlegen", sagt Schlentz in Hinsicht auf mögliche zukünftige Taten. Dieses Argument, das sonst oft in konservativen Kreisen vertreten wird, wo Homosexuellenrechte nicht allzu viel gelten, ist allerdings nach wie vor nicht haltbar. (mcmt, 19.7.2016)

foto: reuters/jim urquhart
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