Weiterer Freispruch nach Tod von Schwarzem in US-Polizeigewahrsam

18. Juli 2016, 18:43
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Gericht: Staatsanwaltschaft habe nicht nachweisen können, dass sich Polizeileutnant Brian Rice der fahrlässigen Tötung und anderer Gesetzesverstöße schuldig gemacht habe

Baltimore – Nach dem Tod des Afroamerikaners Freddie Gray in Polizeigewahrsam ist der dritte von sechs angeklagten Beamten aus Baltimore freigesprochen worden. Die Staatsanwaltschaft habe nicht nachweisen können, dass sich Polizeileutnant Brian Rice der fahrlässigen Tötung und anderer Gesetzesverstöße schuldig gemacht habe, erklärte Richter Barry Williams am Montag. Der 42-jährige Rice – der ranghöchste Angeklagte und ein Weißer – hatte auf ein Geschworenenverfahren verzichtet. Drei Urteile im Fall Gray stehen noch aus.

Der 25-jährige Gray war im April 2015 festgenommen und gefesselt in einem Polizeifahrzeug abtransportiert worden, ohne jedoch angeschnallt zu werden. Unterwegs starb er an einem Genickbruch. Sein Tod löste schwere Unruhen aus und feuerte eine Debatte über Gewalt von Polizisten gegen Minderheiten in den USA an, die nach der Ermordung von drei Beamten am Sonntag in Louisiana bis heute anhält.

Die Staatsanwaltschaft hatte gegen Rice geltend gemacht, dass neue Polizeivorschriften das Anlegen eines Sicherheitsgurts erfordern. Richter Williams erklärte dagegen, es sei nicht nachgewiesen worden, dass Rice von dieser Änderung erfahren habe. Die Verteidigung hatte ihrerseits darauf verwiesen, dass der Polizist nicht verpflichtet gewesen sei, mit in den Transportwagen zu steigen. Umringt von einer aufgebrachten Menschenmenge und mit einem widerspenstigen Verdächtigen konfrontiert habe Rice innerhalb weniger Sekunden die richtige Entscheidung getroffen, erklärten dessen Anwälte. (Reuters, 18.7.2016)

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