Staatsdoping in Russland: Putins Freund muss gehen

Kommentar18. Juli 2016, 17:03
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Das Wada-Erkenntnis muss zuallererst eine Konsequenz haben – den sofortigen Abgang Witali Mutkos

Der Fisch beginnt am Kopf zu stinken. Umgelegt auf den längst chronischen russischen Dopingskandal, wäre es zwar verwegen zu behaupten, dass sich Sportminister Witali Mutko die jetzt auch vom Chefermittler der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) angeprangerten Praktiken zur Manipulation von Dopingproben im Detail ausgedacht hat. Der Wada-Bericht nennt aber Ross und Reiter. Das russische Sportministerium habe mithilfe des Geheimdienstes FSB den Betrug seit 2011 "gelenkt, kontrolliert und überwacht" – Staatsdoping also.

Mutko ist seit Mai 2008 Sportminister von Wladimir Putins Gnaden. Der 57-Jährige hat Putin die Winterspiele 2014 für dessen Urlaubsziel Sotschi besorgt. Plus, offensichtlich mit illegalen Methoden, den Sieg Russlands in der Medaillenwertung. Und er hat Putin auch noch die Fußballweltmeisterschaft 2018 an Land gezogen.

Das Wada-Erkenntnis muss zuallererst eine Konsequenz haben – den sofortigen Abgang Mutkos. Damit könnte Russland, könnte Putin zumindest Einsicht signalisieren. Für die Olympier wäre es dann noch schwieriger, den Ausschluss aller russischen Sportler von den kommenden Spielen in Rio de Janeiro zu vollziehen. Davor schreckt das Internationale Olympische Komitee aus gutem Grund zurück. Der Bann selbst und Boykotte russischer Vasallen dürften das olympische Geschäft massiv schädigen. Um unschuldig zum Handkuss kommende Sportler geht es ja nicht. (Sigi Lützow, 18.7.2016)

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