Chrome: Google will Browser-Verlauf für Werbung auswerten

18. Juli 2016, 16:03
54 Postings

Angepasste Datenschutzrichtlinien erlaubt Analyse von Surfhistorie und anderen Daten – allerdings erst nach Opt-in

Mit einer Änderung der Datenschutzrichtlinien will Google künftig mehr Daten von Nutzern des Chrome-Browsers auswerten, um effizienter personalisierte Werbung ausspielen zu können. Die Anpassung der Bestimmungen ist bereits vor knapp einem Monat erfolgt, erst jetzt weißt das Unternehmen die User im Browser auf die ablehnbare Änderung hin.

Der Verlauf von Chrome beinhaltet neben einer Auflistung aufgerufener Seiten auch Eingaben in Online-Formulare, Offlinedaten, Cookies, verschlüsselter Passwörter und Plug-ins. Dies ist insofern heikel, als dass sich aus diesen Daten potenziell sensible Rückschlüsse ziehen lassen – etwa auf religiöse und politische Einstellungen oder sexuelle Vorlieben – wie Golem anmerkt.

Erst nach Opt-in

Die Änderung betrifft allerdings nicht alle Chrome-Nutzer, sondern nur jene, die ihr Google-Konto zwecks Synchronisierung von Favoriten, Surfverlauf und anderer Daten mit dem Browser verbunden haben. Unklar ist, ob im analysierten Datenbestand auch Seiten landen, die im Inkognito-Modus angesurft werden. Hier existiert der Verlauf nur temporär und wird beim Schließen desselben gelöscht.

Die Änderung hat für einige Aufregung gesorgt, einige Nutzer riefen unter anderem zum Boykot des Chrome-Browsers auf. Google hat darauf mittlerweile reagiert und erklärt, dass Nutzer der Auswertung im Vorhinen zustimmen müssen und diese sonst nicht zur Anwendung komme.

Nachträglicher Opt-out möglich

Wer diese Zustimmung bereits erteilt hat, kann die Auswertung seiner Daten für personalisierte Werbung über die Werbeeinstellung ihres Google-Kontos nachträglich abschalten und somit ebenfalls der Richtlinienänderung entgehen.

Google erzielt den Großteil seiner Einnahmen durch Werbeeinblendungen, die bei personalisierten Anzeigen mehr Geld einbringen. Das Unternehmen betont, keine persönlichen Daten an Dritte weiterzugeben. (gpi, 18.07.2016)

  • Mit einer Änderung der Datenschutzrichtlinien sichert sich Google zusätzliche Auswertungsmöglichkeiten.
    foto: derstandard.at/pichler

    Mit einer Änderung der Datenschutzrichtlinien sichert sich Google zusätzliche Auswertungsmöglichkeiten.

Share if you care.