Altersflecken: Der Wunsch nach dem Radierer

18. Juli 2016, 12:01
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Große, braune Muttermale sind durch UV-Strahlen ausgelöste Pigmentstörungen – Vitamin A-Präparate sind kein Gegenmittel

Ein ebenmäßiges Hautbild: Das ist ein Privileg der Jugend. Das menschliche Auge erkennt es intuitiv. Mit den Jahren wird die Haut bunter. Nicht nur Falten, sondern auch Pigmentverschiebungen machen all jenen, die ihrer Jugendlichkeit nachtrauern, zu schaffen. Zur Linderung dieses Unglücks springt die Kosmetikindustrie in die Bresche. Die Versprechung: Cremen mit Vitamin A würden Altersflecken reduzieren.

Die Erklärungen ähneln sich: Der Körper wandelt Vitamin A in Vitamin-A-Säure (auch Retinsäure oder Tretinoin genannt) um. Allerdings: Diese Wirkung ist nicht eindeutig belegt, laut Einschätzungen der unabhängigen Arzneimittelpattform "Gute Pillen – schlechte Pillen" gibt es keine eindeutigen Hinweise.

Zudem können Vitamin-A-Präparate unerwünschte Wirkungen haben. Insbesondere dann, wenn Vitamin-A-Cremes großflächig aufgetragen werden. Zeichen für die Überdosierung sind etwa Hautjucken, Kopfschmerzen, Übelkeit, Lebererkrankungen und Schuppung der Haut.

Wirkung und Nebenwirkung

Die Obergrenze für die Vitamin-A-Aufnahme liegt für Erwachsene bei täglich drei Milligramm (gemessen in Retinol-Äquivalenten). Bei einem erhöhten Osteoporose-Risiko wird eine geringere maximale Menge (1,5 mg) empfohlen. Diese gilt insbesondere für Frauen nach der Menopause – und genau die sind gleichzeitig die eigentliche Zielgruppe von Kosmetika gegen Altersflecken, die ab 50 häufiger auftreten.

Wie sich Vitamin A und seine Abkömmlinge auf die Hautalterung auswirken, wurde zwar in einigen kleinen Studien untersucht, allerdings prüfte man dabei bloß die Effekte auf die Hautalterung allgemein. Dazu zählt neben Straffheit, Dehnbarkeit und Elastizität auch die Pigmentierung. Ob Vitamin A in kosmetischen Hautprodukten wirklich Altersflecken vorbeugt oder sie verringert, lässt sich daraus nicht eindeutig ableiten.

Kosmetische Behandlungen wie Bleachings, Peelings oder Laserbehandlungen sind effizienter, allerdings verhindern sie – erstens – nicht, dass neue Alterflecken entstehen und – zweitens – können sich auch dabei unerwünschte Effekte ergeben, etwa hellere Flecken. Die Haut bleibt dann bunt, nur eben anders. (red, 18.7.2016)

Originalartikel:

Wunderwaffe Vitamin-A-Kosmetik kritisch zu sehen

  • Die Haut im Laufe eines Lebens: Die Zeichen der Zeit machen sich als Flecken bemerkbar.
    foto: istockphoto

    Die Haut im Laufe eines Lebens: Die Zeichen der Zeit machen sich als Flecken bemerkbar.

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