Reichste Staaten nehmen weniger als neun Prozent der Flüchtlinge auf

18. Juli 2016, 08:39
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Jordanien, Türkei, Pakistan, Libanon, Südafrika und Palästinensergebiete nahmen mehr als 50 Prozent aller Schutzsuchenden auf

Berlin – Die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam verlangt von den sechs größten Volkswirtschaften der Welt mehr Einsatz für den Schutz von Flüchtlingen. Die USA, China, Japan, Deutschland, Frankreich und Großbritannien beherbergten insgesamt nur 2,1 Millionen Flüchtlinge, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Analyse der Organisation.

Damit hätten die Länder, die zusammen mehr als die Hälfte der globalen Wirtschaftskraft ausmachen, weniger als neun Prozent der Flüchtlinge weltweit aufgenommen. Die Zahl der von den UN offiziell registrierten Flüchtlingen liegt bei 24 Millionen.

Ärmere nehmen mehr auf

Oxfam weist darauf hin, dass sechs deutlich ärmere Länder – Jordanien, die Türkei, Pakistan, der Libanon, Südafrika und die besetzten palästinensischen Gebiete – mehr als 50 Prozent aller weltweit registrierten Flüchtlinge Zuflucht gewährten. Dabei machten sie zusammen weniger als zwei Prozent der globalen Wirtschaftskraft aus. Robert Lindner, Referent für humanitäre Krisen und Konflikte bei Oxfam Deutschland, erklärte, auch Deutschland könnte "erheblich mehr schutzbedürftige Menschen aufnehmen und andere Aufnahmeländer finanziell stärker unterstützen".

Oxfam fordert ein "koordiniertes Vorgehen" reicher Staaten für einen wirksamen Flüchtlingsschutz. Vor den beiden Gipfeltreffen zu weltweiten Flucht- und Migrationsbewegungen am 19. und 20. September in New York will die Organisation eine internationale Kampagne starten, mit der sie Regierungen dazu drängen will, "sich ihrer humanitären Verantwortung endlich zu stellen". (APA, 18.7.2016)

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