USA: Schüsse auf Polizisten in Baton Rouge – Mindestens drei Tote

17. Juli 2016, 23:13
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Das Motiv der Tat ist nicht bekannt

Baton Rouge – In den USA sind am Sonntag erneut Polizisten erschossen worden. Drei Beamte seien bei einer Schießerei ums Leben gekommen, sagte der Sheriff der Stadt Baton Rouge, in der sich der Vorfall ereignete. Drei weitere seien mit Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden. Einer von ihnen befindet sich nach Angaben der Mediziner in kritischen Zustand. Auch der mutmaßlicher Täter, der 29-Jährige Gavin Long, wurde nach Angaben eines Polizeisprechers getötet.

Über die Motive wurde zunächst nichts bekannt. Die Ermittlungen dauerten an, sagte ein Polizeisprecher. Die Ermittler gehen davon aus, dass außer dem getöteten Tatverdächtigen keine weiteren Schützen an dem Vorfall beteiligt waren. Unklar war zunächst, ob es eine Verbindung zu den jüngsten Protesten wegen Polizeigewalt gibt.

Die Polizei setzte Roboterfahrzeuge ein, um den Tatort zu untersuchen und sicherzustellen, dass sich dort keine Sprengkörper befinden. Der Bürgermeister der Stadt sprach im Sender NBC von einem Hinterhalt. Die Beamten seien mit einem Notruf zum Tatort gelockt worden, an dem dann das Feuer eröffnet worden sei.

US-Präsident Barack Obama verurteilte den Angriff auf die Strafverfolgungsbehörden. "Wir kennen die Motive für diese Attacke noch nicht, aber ich will klarstellen: Es gibt keine Rechtfertigung für Gewalt gegen die Behörden. Keine", sagte Obama.

In Baton Rouge im Bundesstaat Louisiana war am 5. Juli ein 37-jährige Schwarzer von Polizisten aus nächster Nähe erschossen worden. Das und ein ähnlicher Vorfall im Bundesstaat Minnesota lösten landesweite Proteste aus. Bei einer Kundgebung in Dallas hatte ein afroamerikanischer Armee-Veteran aus offenbar rassistischen Motiven fünf Polizisten erschossen.

Parteitag

Der Vorfall löste auch deshalb besondere Besorgnis aus, weil am Montag in Cleveland (Bundesstaat Ohio) der Parteitag der Republikaner beginnt. Dazu werden über 50.000 Menschen erwartet. Am Rande des Parteitages wird es zahlreiche Demonstrationen geben, das hat bereits Befürchtungen ausgelöst, dass es zu Ausschreitungen kommen könnte. Daher findet die "Convention" bereits unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen statt.(APA/red, 17.7.2016)

  • Die Polizei versucht die Situation in Baton Rouge unter Kontrolle zu bekommen.
    foto: reuters/joe penney

    Die Polizei versucht die Situation in Baton Rouge unter Kontrolle zu bekommen.

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