Davis-Cup: Österreich scheitert an der Ukraine

17. Juli 2016, 15:44
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Jürgen Melzer sorgte gegen Martschenko für den Ausgleich, Dennis Novak verlor danach die entscheidende Partie

Kiew – Österreichs Davis-Cup-Team bleibt auch 2017 zweitklassig. Im entscheidenden Einzel in Kiew musste sich der 22-jährige Dennis Novak dem Weltranglisten-85. Sergi Stachowski am Sonntag nach 2:58 Stunden mit 3:6, 3:6, 7:6 (8), 5:7 beugen. Das ÖTV-Team, die ohne Dominic Thiem als Außenseiter in den Länderkampf gegangen war, verlor somit das Zweitrunden-Treffen der Europa-Afrika-Zone I mit 2:3.

Trotz der tollen Aufholjagd Jürgen Melzers gab es also kein Happy End für Österreich. Melzer hatte zuvor nach einem 4:08-Stunden-Marathon überraschend den Ausgleich gegen die ukrainische Nummer eins, Ilja Martschenko, geschafft. Novak hätte mit einem Sieg ein bisschen österreichische Davis-Cup-Geschichte schreiben können, denn Österreich hat bisher noch nie ein 0:2 noch in ein 3:2 verwandelt.

Damit spielt die Ukraine vom 16. bis 18. September im Playoff um die Weltgruppenzugehörigkeit. Für dasd ÖTV-Team ist der Davis-Cup für dieses Jahr vorbei, der nächste Anlauf in Richtung Weltgruppe erfolgt 2017.

Team für die Zukunft

ÖTV-Präsident Robert Groß war trotz der Niederlage "sehr stolz" auf die Mannschaft. "Es ist ein guter Spirit im Team. Besonders freut es mich, dass Jürgen Melzer nach seiner Verletzung wieder sehr gut gespielt und fünf Sätze durchgehalten hat", sagte Groß und betonte: "Wir können mit diesem Team etwas für die Zukunft aufbauen."

Novak hatte es nach zwei klar verlorenen ersten Sätzen durchaus in der Hand, zumindest noch einen fünften Satz zu erreichen. Der 22-jährige Schützling von Günter Bresnik ging dann plötzlich im dritten Satz mit 4:2 in Führung, musste aber sein Service zum 4:4 abgeben. Im Tiebreak nützte Novak seinen dritten Satzball zum 1:2 in Sätzen. Davor hatte allerdings Stachowski bei 7:6 einen Matchball nicht verwertet.

Eng

Im vierten Satz war Novak bereits auf Kurs Entscheidungssatz. Ein immer müder werdender Stachowski, im ATP-Ranking als 85. 110 Ränge vor dem Niederösterreicher, musste sein Service zum 3:5 abgeben. Doch Novak nützte die Chance nicht und gab seinen Aufschlag selbst mit einem Doppelfehler zum 4:5 wieder ab. Nach einem Break zum 6:5 ließ sich Stachowski, der sich mit seinem 24. Ass drei weitere Matchbälle erarbeitete, aber nicht mehr vom Siegeskurs abbringen.

"Es war ein extrem enges Match. Wenn es in den fünften Satz geht, bin ich der fittere und bessere Spieler. Und dann, glaube ich, gewinne ich das Match", meinte Novak. "Leider habe ich nichts dazu beitragen können, obwohl Jürgen ein unmenschliches Match gespielt hat. Jetzt ist die Enttäuschung natürlich sehr groß."

Starker Melzer

Unabhängig vom Ausgang konnte der 35-jährige Jürgen Melzer Kiew mit erhobenem Haupt verlassen. In seinem ersten ernst zu nehmenden Match hatte er nach dem Doppel vom Samstag an der Seite von Philipp Oswald überraschend auch einen Einzelpunkt beigesteuert. Der frühere Weltranglisten-Achte war anstelle seines Bruders Gerald aufgeboten worden, der jüngere Melzer hatte sich mit den schnellen Bedingungen auf dem Hartplatz nicht wirklich anfreunden können.

Die etwas riskante Rochade stellte sich als goldrichtig heraus. Jürgen Melzer, der nach über zehn Monaten Pause sein erstes richtiges Match und sein erstes Fünfsatz-Match seit September 2015 bestritten hat, kann mit viel Selbstvertrauen und dem Wissen, dass seine operierte linke Schulter hält, nach Kitzbühel reisen. "Ich bin natürlich überglücklich, nach so langer Zeit ein Fünfsatz-Match so zu gestalten und zu gewinnen. Das waren extrem harte Bedingungen da draußen, richtig heiß. Da waren natürlich ups and downs in der Partie, was normal ist, nach einer so langen Matchpause." Es war sein überhaupt erstes Spiel über fünf Sätze seit dem Davis-Cup in Schweden im Februar 2015.

Es war ein würdiger Sieg zum Jubiläum Melzers, der seinen 70. Davis-Cup-Einsatz (Einzel und Doppel) für Österreich absolvierte. Für das ÖTV-Team heißt es 2017 zum vierten Mal in Folge Europa-Afrika-Zone I. Ohne Thiem und den Langzeitverletzten Andreas Haider-Maurer war in diesem Jahr kein Wiederaufstieg drin. (APA 17.7. 2016)

Davis-Cup, Europa-Afrika-Zone I, 2. Runde

Ukraine – Österreich 3:2

Kiew, Hartplatz

Freitag:
Ilja Martschenko – Dennis Novak 7:6 (3), 5:7, 6:3, 6:2
Sergi Stachowski – Gerald Melzer 6:3, 6:4, 6:3

Samstag:
Denis Moltschanow/Artem Smirnow – Jürgen Melzer/Philipp Oswald 3:6, 6:7 (7), 3:6

Sonntag:
Martschenko – Jürgen Melzer 6:3, 3:6, 6:3, 5:7, 3:6
Stachowski – Novak 6:3, 6:3, 6:7 (8), 7:5

Österreich bleibt damit 2017 in der Europa-Afrika-Zone I, die Ukraine kämpft vom 16. bis 18. September im Playoff um einen Platz in der Weltgruppe 2017.

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