"Pokémon Go": Massenauflauf in Wien, stundenlange Ausfälle

17. Juli 2016, 11:29
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Hacker behaupten dahinterzustehen – 1.500 bei Spielertreff am Stephansplatz

Der Start des Augmented-Reality-Games "Pokémon Go" in 26 weiteren Ländern, darunter auch Österreich, wurde am Samstag von einem Serverausfall überschattet. Stundenlang ging gar nichts mehr. Entwickler Niantic führt das auf die zahlreichen App-Downloads zurück. Indes behauptet eine Hacker-Gruppe den Ausfall verursacht zu haben.

Monsterjagd seit 6. Juli

"Pokémon Go" hat seit dem Start in ersten Ländern am 6. Juli einen weltweiten Hype ausgelöst. Die App für iOS und Android konnte noch vor den offiziellen Releases in weiteren Ländern über Umgwege installiert werden. Bei dem Spiel geht es darum, Pokémon zu sammeln. Sie werden auf einer virtuellen Straßenkarte am Handy angezeigt und mittels Augmented Reality über die Handykamera in die reale Umgebung "projiziert". Ziel ist es so viele Monster wie möglich zu fangen und möglichst viele Punkte damit zu sammeln.

So wird das Spiel teilweise zur Massenveranstaltung in der Öffentlichkeit. Am Samstag trafen sich trotz des schlechten Wetters und der Serverausfälle rund 1.500 Personen zum sogenannten Pokéwalk am Wiener Stephansplatz. Fotos der Veranstaltung wurden auf Facebook veröffentlicht. In New York wurde der Central Park zum Schauplatz eines Massenauflaufs von Spielern, da dort in der Nacht eine besonders seltene Spielfigur aufgetaucht war.

Bereits mehrmals kam es schon zu Unfällen durch abgelenkte Spieler. Ein US-Amerikaner fuhr mit seinem Auto gegen einen Baum, zwei Männer stürzten beim Versuch ein Pokémon zu fangen über eine Klippe. In den USA lauerten Kriminelle Teenagern bei einem sogenannten Pokéstop auf, wo bestimmte Spielgegenstände eingesammelt werden können.

Warnungen

Das hat mehrere Polizeibehörden und Autofahrerclubs weltweit dazu veranlasst Warnungen herauszugeben. Nutzer sollen nicht während des Auto-, Rad- oder Skateboardfahrens spielen. Spieler sollen auf ihre Umgebung achten und nicht permanent auf das Display schauen. Besonders in der Nacht sollte man nur in Gruppen unterwegs sein. Und auch wenn sich Monster auf Privatgeländen verstecken, sollten diese nicht betreten werden. Diese Verhaltensregeln gibt auch Hersteller Niantic in der App.

Am Samstagabend war das Spiel wieder normal erreichbar. Am Sonntag kam es teilweise zu Verzögerungen beim Laden der App. Auf Twitter hat die Hackergruppe PoodleCorp behauptet hinter den Ausfällen zu stehen. Dabei habe es sich um "einen kleinen Test" gehandelt, man plane bald etwas Größeres. Ob sie tatsächlich dahinter stehen oder nur Aufmerksamkeit erzeugen wollen, ist nicht klar. Auf "Reddit" sorgten die Ansagen jedenfalls für Unmut unter den Nutzern. Über die Seite Downdetector.com können Nutzer bei Problemen nachsehen, ob nur sie betroffen sind, oder es sich um einen größeren Ausfall handelt.

In Österreich ist das Spiel innerhalb eines Tages bereits auf Platz Eins der Gratis-App-Charts für iOS geklettert. Es ist dort sowie unter Android derzeit auch die umsatzstärkste App. Das Spiel kann zwar kostenlos heruntergeladen werden. In der App können aber verschiedene Spielgegenstände gekauft werden. (br, 17.7.2016)

  • "Pokémon Go" startete am Samstag in Österreich und weiteren Ländern mit einem Serverausfall.
    foto: reuters/mark kauzlarich

    "Pokémon Go" startete am Samstag in Österreich und weiteren Ländern mit einem Serverausfall.

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