Zugsunglück in Italien: Begräbnis mit Staatschef Mattarella

16. Juli 2016, 12:20
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Trauerzeremonie für 13 der 23 Toten in Sporthalle der apulischen Kleinstadt Andria

Bari – Bei strömendem Regen hat sich die süditalienische Kleinstadt Andria von den Todesopfern des schweren Bahnunglücks nördlich der Hafenstadt Bari am Dienstag verabschiedet. Hunderte Menschen nahmen am Begräbnis von 13 der 23 Toten in einer Sporthalle in Andria in Anwesenheit von Italiens Präsident Sergio Mattarella, Parlamentspräsidentin Laura Boldrini und Verkehrsminister Graziano Delrio teil.

Die Familien der anderen zehn Todesopfer hatten ein Begräbnis im privaten Rahmen bevorzugt. Zu den Toten, die beigesetzt wurden, zählten die Lokführer der beiden Züge, die am Dienstagvormittag auf einer eingleisigen Strecke zwischen Andria und Corato bei einer Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern zusammengeprallt waren. An Bord befanden sich vor allem Pendler und Studenten. Die Familienmitglieder und Freunde der 25-jährigen Jolanda Inchingolo, die im September hätte heiraten sollen, hielten weiße Luftballons in der Hand. Das Begräbnis wurde vom Bischof von Adria, Luigi Mansi zelebriert.

Ermittlungen laufen weiter

Inzwischen laufen die Ermittlungen um die Ursachen des schweren Bahnunglücks auf Hochtouren. Ermittelt wird gegen sechs Personen, darunter drei Manager des apulischen Bahnbetreibers Ferrotramviaria. Ermittlungen laufen auch gegen einen Zugführer, der das Unglück überlebte und verletzt im Krankenhaus liegt. Der Verdacht lautet auf fahrlässige Tötung.

Derselbe Vorwurf wurde bereits gegen die beiden Bahnhof-Vorsteher der Ortschaften Corato und Andria, von denen aus die beiden Unglückszüge abgefahren waren, erhoben. Ein geplanter zweigleisiger Ausbau der Bahnstrecke war erst kürzlich wegen Finanzierungsproblemen verschoben worden. (APA, 16.7.2016)

  • Aufräumarbeiten nach dem tragischen Unglück.
    foto: reuters/alessandro garofalo

    Aufräumarbeiten nach dem tragischen Unglück.

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