Verleger Cairo siegt im Ringen um Corriere della Sera-Macher RCS

16. Juli 2016, 12:04
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Turiner Unternehmer behauptete sich gegen Holding aus Mediobanca

Turin – Der Turiner Verleger Urbano Cairo hat sich im Bieterwettstreit um RCS Mediagroup, dem Herausgeber der einflussreichen italienischen Zeitung "Corriere della Sera" und des Sportblatts "Gazzetta dello Sport", durchgesetzt. Der 59-jährige Cairo behauptete sich gegen International Media Holding (IHM).

Der Holding um den Investor Andrea Bonomi gehören namhafte Gruppen an, wie die Mailänder Investmentbank Mediobanca, der Reifenkonzern Pirelli, der Versicherer Unipol und der Modeunternehmer Diego Della Valle. "Wir haben gegen Schwergewichte gewonnen. Zur Holding der Konkurrenz zählten wahre Giganten der italienischen Wirtschaft", kommentierte Cairo den Sieg.

Das Unternehmen des Turiner Medien-Tycoons, der seit 2013 eine 4,6-prozentige Beteiligung an der RCS Mediagroup hielt, hatte 0,18 eigene Aktien je RCS-Papier plus 0,25 Euro in bar geboten. Damit wurde das Angebot der Gegenseite – 1 Euro je Aktie – knapp übertroffen. Am Ende des Bieterwettstreits schaffte es Cairo, 48,82 Prozent der RCS-Aktien zu erobern, während sich IMH mit 37,7 Prozent begnügen musste.

Neue Ära

Mit diesem Erfolg beginnt eine neue Ära bei der börsennotierten RCS-Gruppe, die zu einer Revolution in Italiens Medienlandschaft führen könnte. Gerüchten zufolge will Cairo seine Gruppe, die unter anderem den TV-Sender La7 kontrolliert, mit RCS fusionieren. Damit würde in den nächsten zwei Jahren eine Mediengruppe mit einem Umsatz von 1,27 Milliarden Euro entstehen.

Zur RCS Mediagroup gehören Buchverlage, Zeitungen, Werbefirmen, und TV-Sender. Doch die Gruppe schreibt rote Zahlen und hat einen Schuldenberg von rund 500 Millionen Euro angesammelt. Cairos Werbe-, Verlags- und Fernsehimperium meldet einen Jahresumsatz von 260 Millionen Euro. (APA, 16.7.2016)

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