Nach Eroberung Fallujas 740 Vermisste

15. Juli 2016, 23:39
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UNO fordert Klarheit über Verbleib hunderter Männer und Burschen

Bagdad – Die Vereinten Nationen haben Klarheit über den Verbleib hunderter Männer und Burschen gefordert, die nach der Eroberung der irakischen Stadt Falludscha durch die Regierungstruppen festgenommen worden waren.

Knapp 740 Burschen und Männer würden noch vermisst, die bei der Rückeroberung Fallujas aus der Hand der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zum Verhör mitgenommen worden waren, sagte der UN-Sondergesandte Jan Kubis am Freitag.

Es gebe glaubhafte Berichte über Folter, Morde und Entführungen durch die schiitischen Milizen Haj al-Shaabi (Volksmobilisierungseinheiten), sagte Kubis vor dem UN-Sicherheitsrat in New York. 95 Männer und Burschen würden noch vermisst, die am 25. Mai im Nordosten Fallujas mitgenommen worden waren, sowie 643 Männer und Burschen, die am 5. Juni beim Verlassen der Ortschaft Saklawiya in der Nähe der Stadt in die Hände der Milizen gerieten.

Kubis forderte die Regierung auf, den Verbleib der Männer rasch zu klären. Die schiitischen Milizen, die eine tragende Rolle im Kampf gegen die Dschihadisten spielen, sind wegen ihrer Übergriffe auf die sunnitische Zivilbevölkerung gefürchtet. Ministerpräsident Haidar al-Abadi hat angekündigt, eine Untersuchungskommission einzurichten, um den Vorwürfen zu Menschenrechtsverstößen bei der Offensive auf Falluja nachzugehen, die gegen die Regierungstruppen erhoben wurden. (APA, AFP, 14.7.2016)

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