Froome vergrößerte Polster und jubelte nicht

15. Juli 2016, 19:30
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Nach Anschlag von Nizza – Froome: "Das ist ein sehr trauriger Moment" – Niederländer Dumoulin überragender Tagessieger

Vallon-Pont-d'Arc – Der britische Radprofi Chris Froome hat beim Einzelzeitfahren auf der 13. Etappe der Tour de France den Vorsprung auf seine Konkurrenten ausbauen können. Erster Verfolger Froomes im Gesamtklassement ist neu der Niederländer Bauke Mollema, Landsmann Tom Dumoulin holte sich in überlegener Manier in der Ardeche den Tagessieg. Überstrahlt wurde die Etappe von den tragischen Ereignissen von Nizza.

Die Träger der Leader-Trikots bei der 103. Tour de France standen versammelt auf dem Podium und gedachten mit einem Blumenstrauß in der Hand der Opfer des Anschlags von Nizza. Trotz der Ereignisse hatten sich die Tour-Organisatoren am Freitag zum Weitermachen entschieden und boten Spitzenreiter Froome und Co. weiter eine sportliche Bühne.

Nicht über das Rennen reden

Der Brite nutzte das 37,5 Kilometer lange Zeitfahren der 13. Etappe, um sich im Gesamtklassement 1:47 Minuten von dem Niederländer Bauke Mollema und 2:45 Minuten von seinem Landsmann Adam Yates abzusetzen. Über seinen großen Vorsprung neun Tage vor dem Ende der Tour konnte er sich nicht so recht freuen. "Das ist ein sehr trauriger Moment. Wir müssen jetzt alle zusammenstehen. Ich kann jetzt nicht über das Rennen reden", sagte Froome.

Froome, selbst ein ausgezeichneter Zeitfahrer, hatte am Freitag in La Caverne du Pont d'Arc allerdings keine Chance gegen den an diesem Tag unbezwingbaren Dumoulin. Der Niederländer hatte in den Pyrenäen bereits bewiesen, dass er am Berg über überdurchschnittliche Qualitäten verfügt. Der 25-Jährige gewann in Andorra aus einer großen Fluchtgruppe heraus die 9. Etappe mit dem schweren Schlussaufstieg nach Arcalis. Seine Fähigkeiten im Kampf gegen die Uhr waren ohnehin bekannt. Im Giro d'Italia gewann Dumoulin in seiner Heimat in Apeldoorn das Zeitfahren.

Quintana verliert

Bei der Tour de France war es jedoch Dumoulins erster Erfolg im Kampf gegen die Uhr. Am Ende stand jedoch auch bei Dumoulin die Freude im Hintergrund. "Gut, dass wir auf diese Weise den Opfern Respekt gezollt haben. Das war heute ein ganz spezieller Moment", sagte Dumoulin nach der Schweigeminute auf dem Podium in La Caverne.

Größter Verlierer des Tages war der vor der Tour als härtester Froome-Widersacher gehandelte Kolumbianer Nairo Quintana. Der Movistar-Kapitän, der sich im finalen Chaos der Ventoux-Etappe angeblich von einem Motorrad den Berg hoch ziehen ließ, wie spanische Medien berichteten, verlor mehr als zwei Minuten auf Froome. Er liegt jetzt 2:59 zurück auf Rang vier.

Georg Preidler, der in der Gesamtwertung am besten klassierte Österreicher, wurde Tages-43., die übrigen drei Österreicher Patrick Konrad, Bernhard Eisel und Marco Haller klassierten sich jenseits der 150. (APA, 15.7.2016)

Ergebnisse des Zeitfahrens der 103. Tour de France vom Freitag:

13. Etappe (Bourg-Saint-Andeol – Vallon-Pont-d'Arcx, 37,5 km): 1. Tom Dumoulin (NED) Giant 50:15 Min. – 2. Chris Froome (GBR) Sky +1:03 Min. – 3. Nelson Oliveira (POR) Movistar 1:31 – 4. Jerome Coppel (FRA) IAM Cycling 1:35 – 5. Rohan Dennis (AUS) BMC 1:41 – 6. Bauke Mollema (NED) Trek 1:54 – 7. Geraint Thomas (GBR) Sky 2:00 – 8. Jon Izagirre (ESP) Movistar 2:02 – 9. Tony Martin (GER) Etixx – Quick-Step 2:05 – 10. Steve Cummings (GBR) Dimension Data 2:24. Weiter: 20. Nairo Quintana (COL) Movistar 3:08 – 43. Georg Preidler (AUT) Giant 4:49 – 159. Patrick Konrad (AUT) Bora 08:39 – 178. Bernhard Eisel (AUT) Sky 9:44 – 184. Marco Haller (AUT) Katjuscha 10:37

Gesamtwertung: 1. Froome 58:02:51 Stunden – 2. Mollema 1:47 – 3. Adam Yates (GBR) Orica – 4. Quintana 2:59 – 5. Alejandro Valverde (ESP) Movistar 3:17 – 6. Tejay Van Garderen (USA) BMC 3:19 – 7. Romain Bardet (FRA) AG2R 4:04 – 8. Richie Porte (AUS) BMC 4:27 – 9. Daniel Martin (IRL) Etixx-Quick-Step 5:03 – 10. Fabio Aru (ITA) Astana 5:16. Weiter: 49. Preidler 1:04:00 – 60. Konrad 1:14:59 – 182. Haller 2:32:22 – 184. Eisel 2:38:37

  • Chris Froome gibt weiter den Ton an.
    foto: apa/afp/kenzo tribouillard

    Chris Froome gibt weiter den Ton an.

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