Jugendserie "Lockie Leonard" auf Kika/ARD: Surfen vor zehn Jahren

16. Juli 2016, 17:00
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Mit der australischen Jugendserie "Lockie Leonard" tut sich ein prachtvolles Fenster zur Welt auf

Was macht die Ferien so richtig toll? Ein gutes Fernsehprogramm natürlich! Für alle Zehnjährigen liegen die elendslangen Sommerwochen nun in trockenen Tüchern. Denn beim Kinderkanal (Kika) tut sich mit der australischen Jugendserie Lockie Leonard (Mo-Do, 20.10- 21.00) ein prachtvolles Fenster zur Welt auf.

Das Besondere: Die Serie ist mit ihren zehn Jahren gut abgehangen und verströmt selbstbewusste Patina, von der im Übrigen auch ältere Semester etwas haben. Als australisches Äquivalent zu Malcolm in the Middle erzählt der 52-Teiler (sag ich ja!) von einer frisch in die Kleinstadt übersiedelten fünfköpfigen Familie und ihrem ältesten Spross, der Surfratte Lachlan, genannt Lockie.

In puncto Verwahrlosung kann es das Haus der Leonards, welches nah am Sumpfufer steht und deshalb recht günstig zu haben war, mit Malcolms ranzigem Heim in Newcastle locker aufnehmen. Charakterstarke Tapeten überdecken gewisse Risse, aber wird schon!

Hat Lockie, ein besonnener Knabe mit goldenem Haar, die Gemengelage seiner Highschool-Fritzen mal satt, schwingt er sich auf sein geliebtes Surfbrett. Auch das Wasser ist freilich ein wenig staubig. Auch in Down Under ist eben nicht immer alles eitel Wonne.

Der Spaß steckt im Detail. Lockies bester Freund ist Headbanger und hört ausgerechnet auf den Namen "Egg". In der hintersten Kirchenbank knotzend blättert dieser andächtig in der Zeitschrift Anti Silence. Vorn predigt der Pfarrer im Fußballerdress, um möglichst viele Glaubens-"Stämme" seiner Gemeinde zu vereinen.

Echt peinlich sind diese Teenie-Jahre – mit einem Schaf als Haustier. Zuschauen dabei ist aber sehr, sehr schön. (Margarete Affenzeller, 16.7.2016)

  • Surfratte Lachlan.
    foto: ard

    Surfratte Lachlan.

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